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Gieboldehäuser Kinder ersetzen mit hölzernen Instrumenten das Glockengeläut

Klärpern statt Läuten Gieboldehäuser Kinder ersetzen mit hölzernen Instrumenten das Glockengeläut

„Es lujet ja nich“, begründen ältere Generationen im Eichsfeld eine Tradition, die in der Pfarrgemeinde St.-Laurentius noch gepflegt wird:  das Klepern. Oder Kleppern. Oder Klärpern. Oder Klappern. So genau weiß wohl niemand mehr, wie das Benutzen eines hölzernen Instruments mit einem Hämmerchen und einer Platte tatsächlich heißt.

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Ziehen mit hölzernen Instrumenten durch Gieboldehausen: die Ministranten beim Klärpern.

Quelle: Schauenberg

Gieboldehausen. Jedenfalls ersetzt es an den Kartagen das Glockengeläut, wissen die Ministrantinnen Alina Nordmann (14) und Emily Kanngießer (10), die sich in diesem Jahr an dem ohrenbetäubenden Geklapper beteiligen. Statt des Angelusgeläuts – um 6, um 12 und um 18 Uhr – sind die hölzernen Ratschen in ganz Gieboldehausen zu hören, erklären die Mädchen. Warum das so ist? „Na, weil Karfreitag ist“, erwidern die beiden.

Pfarrer Matthias Kaminski erklärt, dass nach dem Gründonnerstagsgloria die Glocken „nach Rom gehen“, also bis zur Osternacht nicht mehr schlagen. Was mit ihnen in dieser Zeit geschieht, darüber gibt es verschiedene Legenden. Während man in einigen Gegenden glaubt, sie würden dort Milchbrei essen, heißt es in anderen Regionen, sie würden die Ostereier abholen. Kaminski kennt diese Legenden nicht. „Hier gehen sie einfach nach Rom“, sagt er lachend.

Bis sie zurück sind, gehen dreimal am Tag die Messdiener durch den Ort. Bei sich haben sie neben den Instrumenten auch Spendendosen, um für die Messdienerkasse und einen guten Zweck zu sammeln. Ein „tolles Engagement“, findet Kaminski.

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