Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 8 ° Regenschauer

Navigation:
Gieboldehäuser Lutheraner feiern erstmals einen Duftgottesdienst

Erdbeeressenz für Christus Gieboldehäuser Lutheraner feiern erstmals einen Duftgottesdienst

Mit Düften will die evangelische Gemeinde in Gieboldehausen die christliche Botschaft verkündigen. Am Dienstag, 29. September, um 20 Uhr feiert sie erstmals in der zu diesem Anlass farbig illuminierten Kirche einen Duftgottesdienst. Die Idee stammt von Kirchenvorstand Dennis Brockmann.

Voriger Artikel
Förderverein der Schwerpunktfeuerwehr Duderstadt spendiert Uniformen
Nächster Artikel
Applaus für Projekt „Respekt XXL“ im Duderstädter Jugendgästehaus

Experimentierfreudig: die Konfirmanden Fabian Cierpka und Jan Gehrke mit Pastor Jens-Arne Edelmann und Kirchenvorstand Dennis Brockmann.

Quelle: EF

Gieboldehausen. Scheinwerfer tauchen die Wände des kleinen, in neugotischem Stil errichteten Gotteshaus in frisches, grünes Licht. Vorne nahe des Altars drehen sich zwei Ventilatoren. Brockmann hält ein Glasgefäß erst vor den einen, dann vor den anderen. Innerhalb von Sekunden verbreitet sich in der Kirche der Duft von Äpfeln. „Im Gottesdienst geht es an dieser Stelle um das Paradies“, erklärt Pastor Jens-Arne Edelmann. Damit der Duft wieder verfliegt, öffnen Helfer vorne und hinten Türen und sorgen so für Durchzug.

Später, wenn die Vertreibung aus dem Paradies zur Sprache kommt, zündet Brockmann Streichhölzer vor den Ventilatoren an. Der Brandgeruch ist noch in der letzten Bank deutlich zu riechen. Konfirmand Jan Gehrke dimmt am Regler das Scheinwerferlicht nach unten. Konfirmand Fabian Cierpka schaltet auch die normale Beleuchtung aus. Ganz finster wird es nun im Gotteshaus. Dann kommt die Sprache auf Jesus Christus, der die Menschen erlöst. Gehrke lässt die Kirche nun rot leuchten.

Brockmann hält ein anderes Glasgefäß vor die Ventilatoren. Nun riecht es nach Erdbeeren. „Wir haben lange überlegt, welchen Duft wir für Christus wählen“, berichtet Edelmann. Er und Brockmann probierten es unter anderem mit Lavendel und Vanille. Die Gerüche waren ihnen aber in der Botschaft nicht eindeutig genug. Der Christusduft soll positive Erinnerungen wecken. „Wenn es nach Erdbeeren riecht, denke ich sofort an Obstkuchen im Mai“, sagt der Pastor.

Brockmann ist auf die Resonanz der Gemeinde gespannt. Er sagt: „Wir leben in einer Eventgesellschaft. Die Kirche muss den Menschen etwas bieten.“ Zu den illuminierten Gottesdiensten, die die Lutheraner seit 2011 jährlich jeweils in der dunklen Jahreszeit fünfmal feiern, kommen zwischen 60 und 80 Christen. „Manche sieht man sonst nie im Gottesdienst“, berichtet der Kirchenvorstand.

Der Pastor ist von dem neuen Konzept fasziniert. „Düfte wirken sehr intensiv“, sagt er. Beim Geruch von Bohnerwachs denke er sofort an seine alte Schule, bei Sonnenöl an Urlaub am Meer, bei Tannenharz an Weihnachten. Die katholische Kirche wisse um die Macht der Gerüche. Seit Jahrhunderten sorge sie in der Messe mit Weihrauch für eine feierliche Stimmung.

Auch Muslime, das sei angemerkt, verwenden Düfte. Sie parfümieren sich für das Gebet mit Moschus und anderen Essenzen, weil das ihr Prophet Mohammed so machte. Und in der Esoterikszene spielen Duftöle eine wichtige Rolle.

Von Michael Caspar

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Feuerwehrübung in Krebeck

©Richter