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Gieboldehausen beantragt Aufnahme in Förderprogramm

Gesundschrumpfen mit Hilfe Gieboldehausen beantragt Aufnahme in Förderprogramm

Die Samtgemeinde Gieboldehausen und ihre Mitgliedsgemeinden wollen 2015 ins Städtebauförderungsprogramm „Kleine Städte und Gemeinden“ aufgenommen werden.

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Große Sprünge sind nicht mehr drin. Die Gemeinden suchen nach gemeinsamen Wegen bei der demografischen Herausforderung.

Quelle: Pförtner

Gieboldehausen. Der Antrag ist zwei Tage vor Fristablauf via Express ans Sozialministerium des Landes verschickt worden. Das Zeitfenster war eng, als gleichberechtigte Antragsteller mussten zuvor alle Gemeinden zustimmen. 

Das Förderprogramm richtet sich an dünn besiedelte und von Bevölkerungsschwund betroffene Regionen. Anders als bei der  klassischen Städtebauförderung  geht es nicht nur um bauliche Sanierungen, sondern um ein ganzes Bündel von Handlungsfeldern: Schulen und Kindergärten, Busverbindungen, Grund- und Gesundheitsversorgung, Senioren, Tourismus, Kultur und Freizeit, Wasser- und Abwassernetze, Feuerwehr und Katastrophenschutz.

Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung sollen interkommunale Entwicklungskonzepte für die Sicherung der Daseinsvorsorge durch Anpassungsprozesse bei der sozialen und der technisch-wirtschaftlichen Infrastruktur unterstützt werden. Die Kostenlast teilen sich Bund, Land und Kommunen. In Niedersachsen gibt es das Programm, durch das auch Doppelstrukturen vermieden werden sollen, seit drei Jahren.

„Gemeinsame Potenziale optimieren“
„Hattorf und andere Gemeinden haben bereits Anträge gestellt“, sagt Samtgemeinde-Bürgermeisterin Marlies Dornieden (CDU): „Bei Aufnahme ins Programm können wir in Abstimmung mit den Mitgliedsgemeinden gemeinsame Potenziale optimieren und konkrete Maßnahmen beantragen.“ Für das Strategiepapier zur Anmeldung, das einer Bürgermeisterrunde erwachsen ist,  wurden unter Federführung der Samtgemeinde zwei Fachbüros eingeschaltet.

Am wenigsten Handlungsbedarf sieht Dornieden bei Sport, Kultur und Vereinen, in anderen Bereichen umso mehr. Im Bereich der Samtgemeinde gebe  es rund 200 leer stehende Wohnhäuser, die Schülerzahlen seien rückläufig, im Fall von Fahrtauglichkeitsüberprüfungen älterer Autofahrer werde das Thema Mobilitätsvorsorge weiter an Fahrt gewinnen.

Zur Agenda für die ländlichen Gemeinden gehören Mehrgenerationentreffpunkte, energetische Gebäudesanierungen, Vernetzung der Jugendarbeit, Ausbau touristischer Zielpunkte, alternative Verkehrsangebote, Verbesserung von Wohn- und Geschäftsumfeldern, Direktvermarktung, Breitbandversorgung, Innenentwicklung, Leerstandsvermeidung und Nachnutzung – um nur einige zu nennen. Bundesweit werden inzwischen mehr als 250 Maßnahmen gefördert.

Bürger sollen einbezogen werden

Ein Beispiel ist das Bildungshaus der Gemeinde Börry im Weserbergland: Dort wurden Kindergärten in einem nicht mehr genutzten Grundschultrakt zusammengelegt, um Räume und Mensa gemeinsam zu nutzen.

Mit dem Aufnahmebescheid rechnet die Samtgemeinde Gieboldehausen bis Mitte 2015. Nach Erarbeitung eines Entwicklungskonzepts mit Schwerpunkten kann dann ein bis zwei Jahre später die Umsetzungs- und Förderphase beginnen. Nicht alle Maßnahmen sind förderfähig. In das überörtliche  Netzwerk sollen auch die Bürger einbezogen werden. Bei der Auswahl ist zu berücksichtigen, was am stärksten unter den Nägeln brennt.

Absehbar ist, dass  bei aller Betonung von Gestaltungsfreiräumen und Steigerung der Lebensqualität viele Veränderungen  schmerzlich und nicht konfliktfrei sein werden. „Sollen die Kosten nicht explodieren, muss die öffentliche Hand das kommunale Angebot nicht ausgelasteter Einrichtungen an die geänderte Nachfrage anpassen“, heißt es in der Programmstrategie für die schrumpfende und alternde Landbevölkerung.

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©Richter