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„Gläubige brauchen Wurzeln und Flügel“

325. Jubiläum „Gläubige brauchen Wurzeln und Flügel“

Mit einem feierlichen Festamt begingen die Seulinger Katholiken gestern das Jubiläum ihrer Kirche. Vor 325 Jahren war der Barockbau unter dem Patronat Johannes des Täufers geweiht worden; Vorgängerbauten reichen weit bis ins frühe Mittelalter zurück.

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Begrüßt Messdiener: Weihbischof Schwerdtfeger.

Quelle: Schneemann

Seulingen. Der Gottesdienst mit anschließendem Festprogramm bildete den Abschluss eines ganzen Jubiläumsjahres, das bereits im November 2011 begann. Vor dem eigentlichen Gottesdienst begrüßten Fahnenabordnungen der Seulinger Vereine, Vertreter der Pfarrgemeinde, Gemeinde- und Samtgemeindebürgermeister die geladenen Gäste und Weihbischof Nikolaus Schwerdtfeger. Er hielt die Festpredigt in der vollbesetzten Kirche. Die Gemeinde feiere nicht nur ein äußeres, schönes Jubiläum, sondern könne dies auch zum Anlass nehmen, um sich neu auf Jesus Christus als Glaubensbasis auszurichten, so sinngemäß der Bischof.

In seiner Predigt über die Geschichte des Mannes, dessen Reichtum ihn hindert, das ewige Leben zu erhalten, stellte er selbstkritisch die Frage, was der Kirche heute fehlt. Dabei sei die Situation des „Reichen“ für uns heute gut nachvollziehbar: „Wir leiden meist keine materielle Not, haben vieles. Aber sind wir innerlich zufrieden?“ Zwischen der Jagd nach immer neuen Unterhaltungsterminen und dem starren Beharren auf Althergebrachtem gebe es einen dritten Weg.

„Die Kirche soll sich dafür einsetzen, dass die Menschen Wurzeln und Flügel bekommen“, sagte Schwerdtfeger. Verwurzelt in der Gemeinschaft der Gläubigen und offen für das Wirken des heiligen Geistes sei es möglich, als lebendige Gemeinde in die Zukunft zu gehen.

Schwerdtfeger sprach auch den Mitgliederschwund der katholischen Kirche an; so würden sich ehemalige Katholiken auch Freikirchen zuwenden, die das persönliche Glaubensbekenntnis des Einzelnen in den Mittelpunkt stellen. Nach dem Hochamt pflanzte der Weihbischof im Pfarrhof eine Sommerlinde als Jubiläumsbaum.

Nach dem Mittagessen ging es mit Vorträgen weiter: Der Seulinger Gerold Wucherpfennig, Mitglied des Thüringer Landtags, sprach über das Eichsfeld. Klaus Funke, Domkapitular im Ruhestand, versuchte Antworten auf die Frage zu geben, ob Kirche eine Zukunft hat. Zauberer „Morani“ beschloss den Tag.

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