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Gleichberechtigung stärker leben

Tageblatt-Interview mit Alfred Biolek Gleichberechtigung stärker leben

Prominenter Gast bei der Jahrestagung der Gesellschaft für Osteogenesis-imperfecta-Betroffene (OI-Gesellschaft) war TV-Moderator Alfred Biolek. Über den Grund und Erfolge seines Engagements und seine Wünsche als Schirmherr der Gesellschaft hat Ulrich Lottmann mit Biolek gesprochen.

Tageblatt: Warum sind Sie Schirmherr der Glasknochen-Gesellschaft?

Biolek: Ich bin Schirmherr seit 1990. Zu diesem Zeitpunkt war ich bereits zehn Jahre mit der Behindertszene verbunden. Unter anderem hatte ich in den 80ern meine Sendung „Mensch Meier“, in die ich immer wieder Behinderte eingeladen habe – Rollstuhlfahrer, Blinde, Gehörlose, ganz unterschiedliche Behinderungsformen. Das war für eine Quiz-Show sehr ungewöhnlich. Und damals hat mich der damalige Bundesvorsitzende der Glasknochen-Gesellschaft, Peter Radtke, gefragt, ob ich die Schirmherrschaft übernehmen möchte. 

Wie verstehen Sie Ihre Aufgabe als Schirmherr?

Es ist eine symbolische Sache. Man kommt zu den Jahrestreffen, den Veranstaltungen. Es geht darum, dass man den Mitgliedern Aufmerksamkeit verschafft.

Wenn Sie als Schirmherr der Gesellschaft einen Wunsch frei hätten, wie würde der lauten?

Vor 20 Jahren hätte ich gleich gewusst, was ich darauf antworte. Seitdem hat sich viel getan. Damals war Behinderung etwas, das versteckt wurde. In den 80ern ging es noch darum, Behinderte als gleichberechtigte Menschen wahrzunehmen und als Partner zu akzeptieren. So habe ich das in meinen Sendungen immer getan und konnte so ein bisschen dazu beitragen, Behinderte aus der Isolation zu holen. Da hat sich im Bewusstsein der Gesellschaft jedoch viel getan. Wenn ich also einen Wunsch frei hätte, dann diesen: Dass die Gleichberechtigung der Behinderten noch stärker erkannt und gelebt wird.

Sie sind auch hier, um sich als Schirmherr zu verabschieden?

Ja, das ist meine letzte Jahrestagung in dieser Funktion.

Warum?

Es war von Anfang an klar, dass ich es nicht ewig machen würde. Nun bin ich 19 Jahre Schirmherr – und ich werde 75. In diesem Alter denkt man darüber nach, dass man nicht mehr alles machen kann und  darüber, was man noch machen will. Ich bin ja noch vielfältig engagiert und auch zeitlich eingebunden, unter anderem für meine eigene Stiftung. Ich will aber auch Platz machen für Jüngere, die sich einsetzen wollen.

Sind Sie an der Suche nach einem Nachfolger beteiligt und haben Sie schon jemanden im Auge?

Natürlich helfe ich mit, einen neuen Schirmherrn zu finden und ich kenne auch geeignete Personen. Aber ich werde natürlich keine Namen nennen. Es geht um eine freiwillige Sache und das muss von Demjenigen selbst ausgehen.

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©Richter