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Göttinger Ärzte kümmern sich um Flüchtlinge – ehrenamtlich

Mediziner für Flüchtlinge Göttinger Ärzte kümmern sich um Flüchtlinge – ehrenamtlich

Das System der medizinischen Versorgung von Flüchtlingen in Deutschland hat immer noch Schwächen. Knapp 50 Göttinger Ärzte helfen, diese Lücken zu schließen.

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 V. l.: Conny Hiller (Wohnheim Nonnenstieg), Dr. Karin Meier-Ahrens, Dr. Dietmar Robrecht, Dr. Hildegard Zappel inmitten einer Flüchtlingsfamilie.

Quelle: Wenzel

Göttingen. Eine dieser Fachkräfte ist Karin Meier-Ahrens, Allgemeinmedizinerin mit Praxis in Rosdorf. Mit ihren ausschließlich ehrenamtlich arbeitenden Kollegen betreut sie Flüchtlinge sowohl in den Unterkünften im ehemaligen IWF am Nonnenstieg und auf den Zietenterrassen als auch vom Land zugewiesene Flüchtlinge, die in der Sporthalle auf den Zietenterrassen untergebracht sind.

Am häufigsten habe sie es wie auch die anderen Mediziner mit einfachen Infektionskrankheiten zu tun, sagt Meier-Ahrens. Nur selten seien schwerere Leiden dabei. Zu diesem erhöhten Behandlungsbedarf hätten sich mehrere niedergelassene Göttinger Ärzte bereiterklärt. Auf der anderen Seite lehnten es andere Mediziner ab, Flüchtlinge überhaupt zu behandeln.

Das Netzwerk ins Leben gerufen hat Dietmar Robrecht. Die praktischen Möglichkeiten des Gynäkologen und langjährigen Chefarztes in Neu-Mariahilf sind aufgrund kultureller Gegebenheiten begrenzt, „dafür ist er unser Cheforganisator“, sagt Meier-Ahrens.

Unterstützung bekommt der Mediziner-Pool auch von einigen Göttinger Apotheken. „Von einigen haben wir sehr großzügige Spenden erhalten“, sagt Robrecht. Das sei unter anderem sehr hilfreich, weil erwachsene Asylbewerber im Gegensatz zu Kindern mit dem gleichen Status kaum mehr als eine Notfallversorgung erhielten, erklärt Hildegard Zappel, Kinderärztin im ehrenamtlichen Team.

„Daher“, so Zappel, „sind wir eher die Feuerwehr.“ Meier-Ahrens merkt kritisch an, „eine Gleichbehandlung sollten wir uns in Deutschland schon gestatten.“ Im Allgemeinen, sagen die Mediziner, seien die Flüchtlinge allerdings gesünder als der Durchschnitt der deutschen Bevölkerung.

Das System der medizinischen Flüchtlingsbetreuung auf ehrenamtlicher Basis soll weiter ausgebaut werden, erklärt Robrecht. Vor allem solle das bestehende Netz enger geknüpft werden – vor allem mit mehr niedergelassenen Ärzten in der Umgebung der Wohnanlagen, damit die Flüchtlinge die Praxen zu Fuß erreichen können.

Und von noch ganz anderer Seite bekommt das Ärzte-Team Unterstützung: von einzelnen Flüchtlingen selbst. Erst am Donnerstag sei eine aus Syrien geflüchtete Psychologin eingezogen, sagt Conny Hiller, Leiterin der Wohnanlage im ehemaligen IWF. Die Frau könne nicht nur bei psychischen Problemen der Flüchtlinge helfen, sondern sei auch wegen ihrer arabischen Sprachkenntnisse eine wertvolle Hilfe.

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