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Schüler kreieren App gegen Menschenfeindlichkeit

Grenzlandmuseum Eichsfeld Schüler kreieren App gegen Menschenfeindlichkeit

Neuntklässler des Göttinger Theodor-Heuss-Gymnasiums haben eine App gegen „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ entwickelt. Sie beteiligten sich im Grenzlandmuseum Eichsfeld am Projekt „Map the Gap“ der Landeszentrale für politische Bildung in Hannover.

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Schüler entwickeln App gegen „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“.

Quelle: Art

Teistungen. Die Schüler gestalteten mit Teamern der Landeszentrale eine interaktive GPS-Tour, eine Art Schnitzeljagd mit dem Smartphone, über das Gelände des Grenzlandmuseums und auf dem Grenzlandweg. „Die Schülern sollten Faktoren und Aspekte herausfinden, welche die Menschenfeindlichkeit an diesem Ort verdeutlichen“, erläuterte Mira Keune, Geschäftsführerin des Grenzlandmuseums Eichsfeld. Aus diesem Erkenntnisgewinn entwickelten sie die Fragen für die App. Wer die Fragen richtig beantworte, werde zum nächsten Standort gelotst.

Nachhaltigkeit steht im Vordergrund

Das Projekt setze auf Nachhaltigkeit. „Die Schüler schaffen etwas, mit dem andere Schüler, die sich die App herunterladen, verstehen, wo Menschenfeindlichkeit ist oder war“, erklärt Keune. Der richtige Umgang mit diesem Wissen könne dazu beitragen, die Demokratie zu stärken, verdeutlicht sie den pädagogischen Ansatz. An anderen Orten in Niedersachsen führten die Wege unter anderem zu Synagogen und Stolpersteinen, die an die Zeit des Nationalsozialismus erinnern.

Das dreitägige Projekt begann mit einer theoretischen Einführung, in dem die Schüler erfuhren, dass unter anderem Homophobie, Sexismus, und Rassismus Bestandteile der „Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit“ sein können, erläuterte Sandy Konradi, pädagogische Mitarbeiterin des Grenzlandmuseums Eichsfeld und Politiklehrerin am Göttinger Theodor-Heuss-Gymnasium.

In Gruppenspielen konnten die Schüler erfahren, wie sich Menschen in unterschiedlichen gesellschaftlichen Rollen fühlen und welche Formen der Ausgrenzung es gibt. Bei einem Rundgang durch das Museum erfuhren die Teilnehmer, wie Menschen in der früheren DDR diskriminiert wurden. „Viele könnten sich gar nicht vorstellen, welches Risiko sie eingegangen sind, wenn sie von Böseckendorf aus 500 Metern weitergehen wollten“, berichtete Konradi.

Offener und respektvoller Umgang

„Das ist mir neu, dass hinter Duderstadt so eine Grenze war“, sagte der 16-jährige Mustafa aus Syrien, der in Göttingen lebt. In seinem Geburtsland gebe es viele Regionen, in denen Menschen erschossen würden, wenn sie von einem Ort in den nächsten wechseln wollten. „Ich wusste nicht, dass es hier so viele Selbstschussanlagen gab und dass so viele Hunde im Einsatz waren“, berichtete der 14-jährige Constantin. Andere Schüler zeigten sich überrascht, dass es eine Vielzahl von Diskriminierungen im Alltag gebe, bei denen auch der Faktor Geld eine wichtige Rolle spiele. „Die Jugendlichen haben trotz des schwierigen Themas motiviert mitgearbeitet“ fasste Gerold Stabel, Teamer beim Landesjugendring Niedersachsen, seine Eindrücke zusammen. Es werde „offen und respektvoll damit umgegangen“. Nicht zuletzt würde auch die Medienkompetenz der Beteiligten gestärkt.

Von Axel Artmann

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