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Gottes Segen für Pferd und Hund

Pferdewallfahrt auf dem Höherberg Gottes Segen für Pferd und Hund

Kutschen und Planwagen rollen den Berg hin-auf. Reiter hoch zu Ross bahnen sich den Weg zwischen Fußgängern. Hunde zerren an ihren Leinen, bellen und fiepen. Einige 100 Menschen kamen gestern mit ihren Tieren zur Pferdewallfahrt auf den Höherberg, mit der das diesjährige Wallfahrtsjahr endet.

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Hoch zu Ross auf dem Höherberg: Unten im Tal liegt Wollbrandshausen mit der katholischen Kirche St. Georg.

Quelle: Tietzek

Das Laub der Bäume färbt sich bereits gelb. Der Himmel ist bewölkt. Im Dunst sind die Orte im Tal nur schemenhaft zu erkennen. Viele Pilger haben sicherheitshalber neben Klappstuhl und Gesangbuch auch einen Regenschirm mitgebracht. Pferdefreunde legen Decken auf ihre Vierbeiner. „Sie pflegen Ihre Tiere mit Hingabe“, sagt Pfarrer Matthias Kaminski. „Und die Tiere danken es Ihnen mit Anhänglichkeit und Treue.“

Dass das Tier der beste Freund des Menschen ist, weiß auch das Lukas-Evangelium. In dem von Kaminski gelesenen Abschnitt berichtet Jesus vom armen Lazarus, der mit den Resten vom Tisch des Reichen zufrieden gewesen wäre. Nur Hunde leisteten ihm Gesellschaft und leckten seine Geschwüre. Nach seinem Tod gelangte er in Abrahams Schoß, während der Reiche in der Unterwelt Qualen erleiden muss.

Die Geschichte, so Kaminski, gebe Armen Kraft, Leid zu ertragen. Reiche mahne sie, Verantwortung zu übernehmen. Der Pfarrer erinnerte an die Skepsis Jesu, ob Reiche diese Botschaft jemals hören würden. Jesus habe an anderer Stelle davon gesprochen, dass eher ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als das ein Reicher in den Himmel komme.

Verantwortung übernahmen die Tierfreunde für ihre Vierbeiner. Sie baten Gott darum, ihre Tiere vor Seuchen und Gefahren zu verschonen. Pfarrer Kaminski besprengte sie nach der heiligen Messe mit Weihwasser. Die Pferde empfanden die Tropfen, die ihnen entgegenspritzten, wohl als Bedrohung. Sie versuchten zur Seite auszubrechen. Die Hunde bellten aufgeregt.

Kräftigen Applaus der Pilger erhielt die Wollbrandshäuser Gemeinde St. Georg für die Pflege des Wallfahrtsgeländes in den vergangenen Monaten.

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