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Grabungen in der Rollshäuser Kirche: Grundriss einer unbekannten Vorgängerkirche entdeckt

Schatz in St. Margareta Grabungen in der Rollshäuser Kirche: Grundriss einer unbekannten Vorgängerkirche entdeckt

„Da war mehr drin, als erwartet war“, sagt Frank Wedekind, Archäologe der Firma Streichhardt und Wedekind. Ein Blick von der Empore verrät: Ein weiterer Grundriss befindet sich innerhalb des freigelegten Gemäuers der Vorgängerkirche.

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Deutlich zu erkennen: Innerhalb des freigelegten Gemäuers wurde ein unbekanntes Kirchenfundament entdeckt.

Quelle: Richter

Rollshausen. Es handele sich um eine zweite Vorgängerkirche, die den Archäologen überraschte. „Es ist vielleicht die erste Kirche Rollshausen“, spekuliert er, „Vielleicht spätromanisch oder frühgotisch.“ Mit Sicherheit könne es jedoch erst nach Abschluss der Untersuchungen gesagt werden.

Innerhalb des Grundrisses der zweiten Vorgängerkirche, entdeckte Wedekind ein Knochenlager. „Sie liegen nicht mehr im anatomischen Verbund“, erklärt er. Dies deute darauf hin, dass eine Umstattung erfolgte: Im Wege der Erbauung der neuen Kirche, könnten die  Knochen aus ihren ursprünglichen Gräbern entnommen worden sein, wonach sie im sogenannten Ostuarium, dem Knochenlager, niedergelegt wurden.

Die erste Vorgängerkirche, die in typischer Ostausrichtung gebaut wurde, stammt laut Aufzeichnungen aus dem Jahr 1639. Neben dem gut erhaltenen Außenmauerwerk, sind Reste des Altars erhalten geblieben. Eine Lücke in der Front des Altars, weist auf ein Reliquiengrab hin. Gegenstände, die im Ruf besonderer Heiligkeit oder Gottesnähe standen, wurden in Altären eingemauert, um die traditionelle Weihe einer neuerrichteten Kirche zu vollziehen.

Das es sich damals um eine Kirche und nicht um eine Kapelle gehandelt haben muss, weiß Ansgar Nachtwey vom Ingenieurbüro für Tragswerkplanung und Vertreter der Ortskirche in Rollshausen. „In einer Kapelle hatten sie nie so große Altäre stehen“, sagt Nachwey.    

Innenrenovierung nur durch Spenden oder Zuschüsse möglich

Der Diplom-Ingenieur hat die Arbeiten von Beginn an begleitet und schildert den Grund für die Grabungen: „Der Holzfußboden der Kirche war vom Hausschwamm befallen.“ Nachdem die Schäden, die der Befall verursacht hatte, von einem Gutachter festgestellt worden waren, änderten sich die Pläne der Kirchenvertretung. „Ursprünglich sollte nur der Befall raus, der Gutachter sagte aber, dass der gesamte Fußboden raus muss“, erklärt Nachtwey. Dadurch würde der Kostenrahmen immer enger. Sogar die Kirchenbänke müssten ausgetauscht werden.

Durch die unerwarteten Funde und die tieferen Grabungen, seien Mehrkosten entstanden. Eine Innenrenovierung des Gotteshauses, die nach dem Abschluss der Arbeiten notwendig wäre, sei nur noch durch Spenden oder Zuschüsse zu finanzieren. „Das Bistum Hildesheim ist nicht bereit nachzufinanzieren“, erklärt er.    

Die Grabungen stehen bereits kurz vor ihrem Abschluss. Wedekind hat das Areal tachimetrisch vermessen: „Damit kann genau festgestellt werden, wo das Pflaster lag, oder die Mauerfundamente verlaufen.“ Die historische Arbeit folge im Anschlusso.

Von Kay Weseloh

Bei Grabungen in der Rollshäuser Kirche wurde der Grundriss einer unbekannten Vorgängerkirche entdeckt. © Richter

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