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Greif- und Eulenstation Rüdershausen verzeichnet mehr Pflegevögel

Jahresbilanz Greif- und Eulenstation Rüdershausen verzeichnet mehr Pflegevögel

Ob mit Schutzhandschuh oder ohne: Alle Hände voll zu tun hatte Karl-Friedrich Schöttelndreier im vergangenen Jahr in seiner Greif- und Eulenstation in Rüdershausen. 28 Greifvögel und Eulen wurden 2014 in die Naturschutzbund-Station eingeliefert, 31 Exemplare anderer Vogel- und Tierarten gepflegt, von Singvögeln bis zum Specht.

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Foto: Ob mit Schutzhandschuh oder ohne: Alle Hände voll zu tun hatte Karl-Friedrich Schöttelndreier im vergangenen Jahr in seiner Greif- und Eulenstation in Rüdershausen.

Quelle: EF

Rüdershausen. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Anstieg von mehr als 20 Tieren. Zum Bedauern Schöttelndreiers konnten nur sieben der Eulen und Greifer wieder erfolgreich ausgewildert werden. Die Zahlen der seit 1977 bestehenden Pflegestation schwanken von Jahr zu Jahr, abhängig vom Wetterverlauf und anderen äußeren Faktoren. Im Jahresdurchschnitt würden 25 bis 30 Greifvögel und Eulen versorgt, sagt Schöttelndreier. Insofern war auch 2014 ein Durchschnittsjahr.

Es gab aber auch einige Besonderheiten. Nachdem bereits im Jahr zuvor der für die Öffentlichkeitsarbeit eingesetzte Mäusebussard „Bubo“ nach einer Krähenattacke nicht von einem Freiflug zurückgekehrt war, hatte Schöttelndreier mit dessen Nachfolgerin ebenfalls kein glückliches Händchen: Seit der Fußfessel-Flucht von Bussardweibchen „Jessy“ im September ist der Vorzeige-Vogel verschwunden. Der durch rote Federn am Stoß auffallende Hybrid-Bussard wurde zwar mehrfach gesichtet – zuletzt kurz vor Weihnachten bei Waake –, dann verlor sich jedoch seine Spur. Die Suche hat Schöttelndreier aber noch nicht aufgegeben und appelliert an die Bevölkerung in der Region, die Augen offen zu halten.

Erstmals hat der 68-Jährige einen Gelbbrust-Ara in Pflege genommen, dessen Besitzer ins Krankenhaus musste. Zum Dank kniff ihm der Papagei bei der Rückgabe kräftig in die Hand: Trotz Adler-Handschuhs gab es einen Bluterguss. Da sich auch der Besitzer des Vogels einen Dank verkniffen hat, Papageien teuer sind und besonderer Pflege bedürfen, will Schöttelndreier künftig keine Exoten mehr aufnehmen. Zwei zahme Dohlen, die bei ihm eingeliefert wurden, konnte der Vogelschützer aufgrund ihrer Beringung wieder ihrem Eigentümer zuführen: Sie waren einem Züchter aus Bad Lauterberg entflogen.

Fehlender Flügel kein Handicap für die Fortpflanzung

Im kommenden Jahr will Schöttelndreier die Station nur noch privat betreiben und auf Landesmittel verzichten, da die Kostenerstattung die Auslagen und seinen Eigenanteil nicht decken würde. Unabhängig davon will er sein 1985 gestartetes Projekt „Rettet den Steinkauz“ fortsetzen. Inzwischen hat der Rüdershäuser 192 Steinkäuze nachgezüchtet und bis Ende 2014 durch die Schenkung von Fremd-Steinkäuzen ingesamt 281 Käuze ausgewildert. Schöttelndreier betont, dass es für das Steinkauz-Projekt keine öffentlichen Zuschüsse gebe und es nur durch die Übernahme von Steinkauz-Patenschaften und Eigen-engagement bestritten werde.

Im Brutjahr 2014 schlüpften in Rüdershausen neun Steinkäuze, die alle überlebt haben. Einige wurden bereits zum Jahresende nach Thüringen abgegeben, um dort neue Brutpaare zur Auswilderung zusammenstellen zu können. Ein kleiner holländischer Zoo hat für das Steinkauz-Projekt erneut drei Tiere zur Verfügung gestellt.

Im Frühjahr sind weitere Abgaben nach Thüringen und sogar Österreich geplant. Einen Tag, bevor die holländischen Käuze in Rüdershausen eintrafen, wurde dort ein Steinkauz aus Nordrhein-Westfalen mit – offenbar von Geburt an – nur einem Flügel eingeliefert. Über die Ursache rätselt Schöttelndreier immer noch, will ihn aber in die Paar-Zusammenstellung für das Frühjahr 2015 einbeziehen. Für die Fortpflanzung ist ein fehlender Flügel schließlich kein Handicap.

Wie in den Vorjahren haben auch 2014 wieder etliche Schulklassen und Kindergärten die Station besucht. Den 65. Geburtstag der Duderstädter Jägerschaft bereicherte Schöttelndreier mit einem Sakerfalken und einem Steinkauz als lebendem Anschauungsmaterial.

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©Richter