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Grenzlandmuseum Teistungen feiert 20-jähriges Bestehen

Kraftakte an authentischem Ort Grenzlandmuseum Teistungen feiert 20-jähriges Bestehen

Nach dem Fest zu 25 Jahren Grenzöffnung geht der Jubiläumsreigen am Grenzlandmuseum Eichsfeld im kommenden Jahr weiter: „2015 stehen 25 Jahre Deutsche Einheit und das 20-jährige Bestehen des Museums im Focus“, sagt Paul Schneegans, Geschäftsführer des Trägervereins.

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Vor vier Jahren für 2,7 Millionen Euro modernisiert und erweitert: das Grenzlandmuseum Eichsfeld zwischen Teistungen und Gerblingerode.

Quelle: Thiele

Teistungen. Mit den Vorsitzenden Horst Dornieden und  Wolfgang Nolte begrüßte Schneegans am Freitag den 400 000. Besucher der Außenanlagen seit Einrichtung der dortigen Zählanlage. Im Museum selbst, das im November 1995 eröffnet wurde, wurden bereits knapp 1,1 Millionen Besucher registriert.

Über den 400000. Besucher des Grenzlandwegs – eigentlich ein Trio – freute sich der Vorstand besonders, da er einem wissbegierigen Kind zu verdanken ist: Katharina Sendig ist auf Wunsch ihres Sohnes Erik aus Nordhausen angereist und hat neben dem Achtjährigen gleich noch seinen zehnjährigen Freund Joralf Schimpff mitgebracht. Für die beiden Jungen gab es Trabbi-Modelle und Kinderhefte, für Eriks Mutter Blumen, einen Bildband über die Geschichte der Grenze und ein Stück Original-Grenzzaun. 

Nach dem Medienrummel der vergangenen Wochen um die Grenzöffnung wollte ihr Sohn  mehr über die Geschichte erfahren, sagte die 35-jährige Sozialpädagogin, die das Museum schon einmal vor vier Jahren mit einer Gruppe besucht hat. An ihre Kindheit in der DDR kann sich die gebürtige Weimarerin kaum noch erinnern – wohl aber an den Tag, als ihre Eltern ihr mitteilten, dass die Grenze offen sei. Auf Erkundungsfahrt in Richtung Westen ging es dann allerdings erst einige Tage später.

Bangen um die Förderung aus Thüringen

Das Grenzfest 25 Jahre später habe die Erwartungen übertroffen, sagt Schneegans, zieht eine positive Bilanz des Festwochenendes am 8. und 9. November und dankt den mehr als 100 freiwilligen Hilfskräften. Die trotz paralleler Großveranstaltungen rund 12 000 Besucher des Grenzfestes, das ohne Unterstützung von Hans Georg Näder in dieser Dimension nicht möglich gewesen wäre, seien ein „tolles Ergebnis“. Nicht nur die Auftritte der Zugpferde City und Matthias Reim seien auf großes Interesse gestoßen, sondern alle anderen Programmpunkte ebenfalls. An die Trabbi-Parade erinnert sich Schneegans als „ergreifenden Moment“ – nur getrübt durch Polizeikontrollen in Thüringen auf dem Rückweg, weil bei einigen Wagen der TÜV abgelaufen war.

Zum Festprogramm gehörte auch ein Quiz, bei dem Geschichtskenntnisse unter Beweis gestellt werden konnten – von der Länge der innerdeutschen Grenze bis zur ersten gesamtdeutschen Wahl. An dem Quiz beteiligten sich 372 Teilnehmer, von denen 142 alle Fragen richtig beantworteten. Die Gewinner von 75 großen und kleinen Preisen wurden am Freitag im Museum gezogen. Über den ersten Preis – eine Ballonfahrt – kann sich Diana Lindemann aus Neuendorf freuen, über eine Übernachtung im Hotel Zum Hahletal Ansgar Große aus Gernrode, über eine Segway-Tour durch das Eichsfeld Anja Sperlich aus Göttingen. Alle 75 Gewinner werden schriftlich benachrichtigt und können sich ihre Preise ab Montag im Grenzlandmuseum abholen.

Dornieden betont, dass es immer wieder Kraftakte erfordere, die authentischen Anlagen zu erhalten. Mit Unbehagen erfüllt ihn der Wechsel der Landesregierung im Freistaat Thüringen. Vor dem Hintergrund einer rot-rot-grünen Landesregierung bangt der Trägervereinsvorsitzende des vor vier Jahren für 2,7 Millionen Euro modernisierten und erweiterten, seitdem bilingualen Borderlandmuseums um die Förderung aus Thüringen.

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©Richter