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Große Mängel in der Bewertung

Grünen-Sprecher Kühn sieht Bundesstraße 247n nicht im vordringlichen Bedarf Große Mängel in der Bewertung

„Der Bau der Bundesstraße 247n gehört nicht in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes“, hat Stephan Kühn, verkehrspolitischer Sprecher der grünen Bundestagsfraktion, in Duderstadt erklärt. Als Hauptgründe nannte er rückläufige Verkehrszahlen sowie den starken Eingriff in die Natur.

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Symbol gegen überflüssige Straßenbauprojekte: Regionale Vertreter der Grünen pflanzen mit Stephan Kühn (3.v.l.) eine Winterlinde.

Quelle: Niklas Richter

Duderstadt. Der neue Entwurf des Bundesverkehrswegeplanes sei der erste, der eine Öffentlichkeitsbeteiligung zulässt, erläutert Kühn: „Jeder kann bis zum 2. Mai seine Bedenken äußern.“ Danach werde ein neuer Entwurf erstellt. Für ihn stehe aber jetzt schon fest, dass die Fortführung der Ortsumfahrung Duderstadt so nicht gebaut werden dürfe. „Die Bewertungsunterlagen weisen große Mängel auf“, so Kühn. Zunächst sei ein verkehrlicher Bedarf nicht erkennbar, zumal auch der Lkw-Verkehr abnehmen werde, wenn ab 2018 auch für alle Bundesstraßen Mautgebühren kassiert werden.

„Der errechnete Wert von 2,0 in der Kosten-Nutzen-Berechnung stimmt schon mathematisch nicht“, sagt Kühn. Einem errechneten Nutzen von 58 Millionen Euro stünden 67 Millionen Euro Kosten gegenüber, was einem Wert von 0,8 entspräche. Allerdings habe ja schon der Abschnitt um Westerode rund 50 Prozent mehr gekostet als veranschlagt. „Häufig werden Kosten von den Planungsbürose künstlich heruntergerechnet“, so Kühn. So falle ihm in der Planung die Länge des geplanten Tunnels durch den Pferdeberg mit 397 Metern auf. „Ab 400 Metern Länge gelten ganz andere Vorgaben bezüglich der Leit- und Sicherungskosten“, sagt er.

„Der Bau würde vor allem auch einen großen Eingriff in Landschaft und Natur bedeuten“, mahnt Kühn und weist darauf hin, dass bislang keine wirkliche Alternativenprüfung vorgenommen worden sei, was ebenfalls einen klaren Mangel darstelle. Hinzu käme der Punkt, dass bis 2030 mehr Geld in den Erhalt von Straßen fließen werde. „70 Prozent sind für den Erhalt und nur 30 für den Neubau eingeplant“, so Kühn. Hans-Georg Schwedhelm, für die Grünen im Kreistag und im Duderstädter Stadtrat, ergänzte, dass der Ortsverband Duderstadt schon in einer Stellungnahme aus dem Jahr 2010 Vorschläge zur Umgestaltung der bestehenden Verkehrsverbindungen gemacht habe.

„Die reichen von der Vermautung der Strecke über die Umgestaltung der Ortsdurchfahrt Gerblingerode bis zur Tempobeschränkung und zum Nachtfahrverbot für Lkw“, so Schwedhelm. 2015 habe die Grünen-Fraktion den Duderstädter Stadtrat aufgefordert, die Stadt Duderstadt solle anerkennen, „dass sich in den zurückliegenden 25 Jahren die demografischen, ökonomischen und verkehrlichen Rahmenbedingungen derart stark gewandelt haben, dass der Neubau der B 247 mit einem Tunnel durch den Pferdeberg keine geeignete und daher nicht zukunftstaugliche Lösung ist“. Planungsgrundlage sei seinerzeit laut Schwedhelm ein zweiprozentiges Wachstum bei Bevölkerung und in den Gewerbegebieten gewesen. „Diese Zahlen sind aber nicht wie erwartet eingetroffen“, so Schwedhelm.

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