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Tagesmütter als Krippen-Alternative

Großtagespflegestelle Pfiffikus & Co in Duderstadt Tagesmütter als Krippen-Alternative

Der Bedarf an Krippenplätzen im Raum Duderstadt ist höher als das Platzangebot in Kindertagesstätten. Eine Alternative bietet die Kindertagespflege. Auch dort gibt es allerdings Wartelisten.

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Eintauchen ins Bällchenbad: Silke Glowatz-Bleckert betreut gemeinsam mit ihren Kolleginnen die kleinen Gäste in den Räumen von Pfiffikus.

Quelle: Niklas Richter

Duderstadt. Neben einzelnen Tagesmüttern bieten im östlichen Landkreis in Waake, Brochthausen und Duderstadt drei Großtagespflegen die Betreuung von Kleinkindern an. Bereits 2008 - fünf Jahre vor dem Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz - haben Tina Zimmer und Silke Glowatz-Bleckert die Großtagespflegestelle Pfiffikus & Co am Duderstädter Stadtberg gegründet, 2013 ist Katharina Diedrich hinzugestoßen. Alle drei Tagesmütter sind ausgebildete Erzieherinnen und haben selbst jeweils drei Kinder.

Die Werbetrommel rühren müssen sie nicht. „Es gibt eine lange Warteliste und leider immer wieder Absagen“, sagt Zimmer. „Wer möchte ins Bällchenbad“, fragt Glowatz-Bleckert dazwischen, während Diedrich gerade vom Wickeln aus dem Badezimmer kommt und der zweijährige Tom-Ole auf einem Gummipferd duch den Raum hüpft.

Von außen lässt nur der Spielturm im Garten vor dem hellblauen Wohnhaus ahnen, dass hier entweder eine sehr kinderreiche Familie wohnt oder Kinder betreut werden. Im Souterrain mit Scheiben bis zum Boden wähnt man sich dann in einem regulären Kindergarten mit Krippenbereich. Es gibt zwei Räume mit Ritterburg und Bällchenbad samt Rutsche, Höhlen, Kriechtunnel und Hochebenen, ebenso einen festen Tagesablauf, Strukturen und Rituale wie den Singkreis. Um 10 Uhr wird gefrühstückt, viele Kinder halten Mittagsschlaf.

Täglich dürfen bis zu zehn Kinder betreut werden. Zurzeit besuchen 13 Kinder die Einrichtung, einige nur tageweise. Die Flexiblität der Betreuungszeiten und individuelle Lösungen nennt Zimmer als einen Vorteil der Tagespflege, als einen weiteren das von vielen Eltern geschätzte familiäre Umfeld der Gruppe, die kleiner als eine reguläre Krippengruppe ist. Betreuungszeiten werden täglich von 7 bis 14.30 Uhr angeboten, montags und dienstags bis 16 Uhr. Für die Eltern sei die Tagespflege in der Regel nicht wesentlich teurer als Krippengebühren, sagt Zimmer, verweist auf eine Sozialstaffelung und Zuschuss vom Landkreis. Die Eltern könnten indivuelle Betreuungszeiten buchen, und müssten dann auch nur für diese Zeiten zahlen.

Rund die Hälfte der Pfiffikus-Kinder kommen aus der Kernstadt Duderstadt, die anderen aus verschiedenen Orten - von Fuhrbach bis Rollshausen. Sensibel sei die Eingewöhnungsphase, sagt Glowatz-Bleckert: „Das Heimweh legt sich aber schnell. Wenn die Eltern Vertrauen gefasst haben, bricht auch bei den Kindern das Eis.“

Zertifikate und Fortbildungen

Gestiegene Ansprüche: Die Kindertagesbetreuung wird beim Landkreis Göttingen von Angelika Mauterodt-Schnell koordiniert. Nach ihren Angaben gibt es zurzeit mehr als 160 Tagespflegepersonen im Landkreis, die rund 360 Kinder in Betreuung haben.

In neun Großtagespflegestellen können bis zu zehn Kinder gleichzeitig betreut werden. Einfach ist der Weg dahin nicht. Für die Großtagespflegestelle Pfiffikus musste eine Nutzungsänderung bei der Stadt Duderstadt beantragt, dem Jugendamt des Landkreises ein pädagogisches Konzept vorgelegt werden. Zertifikate, Fortbildungen und Erste-Hilfe-Kurse sind Pflicht. Die Betreuungsquote durch die Kindertagespfege im Bereich der Kinder unter drei Jahren beträgt im Kreis rund 35 Prozent.

Der Landkreis betreibt eine Online-Vermittlungsbörse, der Familien- und Kinderservice ist unter Telefon 0551/525 91 79 erreichbar. Das Berufs- und Familienleben habe sich in jüngerer Vergangenheit gewandelt, sagt die Erzieherin Tina Zimmer. Viele Eltern würden energischer als noch vor einigen Jahren auf ihren Krippenplatz-Anspruch pochen, seien frustriert und wütend, immer wieder Absagen zu bekommen. Schon Schwangere würden sich anmelden. Auch die pädagogischen Ansprüche seien gestiegen, Eltern eine qualitativ hochwertige und individuelle Betreuung erwarten.

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©Richter