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Grünes Licht für Postkutschen auf Duderstädter Pflaster

Grünes Licht für historisches Gefährt Grünes Licht für Postkutschen auf Duderstädter Pflaster

Zerstören historische Postkutschen mit ihren eisenbeschlagenen Rädern das Duderstädter Pflaster? Diese Frage beschäftigt die Eichsfelder Gemüter zurzeit nicht nur bei Facebook, wo Fotos von hellen Fahrspuren in der Scharrenstraße nach dem Apfel- und Birnenmarkt gepostet wurden und zahlreiche Kommentare lockten.

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Ausfahrt am Ostersonnabend: Historische Kutschen mit eisenbeschlagenen Reifen dürfen auch künftig in der Marktstraße fahren.

Quelle: NR

Duderstadt. Die öffentliche Diskussion entbrannte bereits, als Ende August im Rahmen des Kunsthandwerkermarktes in der Apothekenstraße, organisiert von der dort ansässigen Ladeninhaberin Uta-Maria Freckmann, die Fahrten der historischen Postkutsche eingestellt werden mussten.

Ein Anwohner hatte sich beschwert, weil er befürchtete, das Pflaster in der Duderstädter Innenstadt könne durch den Eisenbeschlag der Holzräder Schaden nehmen. Polizei und Ordnungsamt nahmen die Beschwerden ernst und stoppten vorbeugend weitere Kutschfahrten, um der Sache nach der Veranstaltung auf den Grund zu gehen.

Kutschen verursachen keine Schäden

„Unsere historischen Kutschen haben natürlich Holzräder mit Eisenbereifung. Diese sind aber eine Spezialanfertigung in besonderer Breite, um die Last möglichst großzügig zu verteilen“, sagt Elke Redemann vom gleichnamigen Fuhrunternehmen am Sonnenstein.

Sie sei erstaunt gewesen, dass die Kutschfahrten im August von offizieller Seite gestoppt wurden. Bei vorangegangenen Ausfahrten auf Themenmärkten, bei Hochzeitsfahrten und beim erstmalig Ostern 2014 stattfindenden Kutschenkorso mit 26 Gespannen durch die Duderstädter Innenstadt seien niemals Beschwerden gekommen.

Das bestätigt auch Johannes Böning vom Duderstädter Bauamt: „Bisher sind nach den Kutschfahrten nur optische Schäden durch Abrieb aufgefallen. Nach den Fahrten sind ein paar helle Kratzspuren auf dem Pflaster zu erkennen, die sich aber spätestens nach dem ersten Regen in Luft auflösen“, stellt er fest. Damit sei die Sache auch für zukünftige Veranstaltungen klar: Die Kutschen verursachen keine bleibenden Schäden und dürfen durch die Innenstadt fahren.

Gespanne als Marktattraktion

Mit dieser Erkenntnis gab es keine Bedenken, beim Apfel- und Birnenmarkt als Themenmarkt des Duderstädter Stadtmarketings wieder Pferdegespanne durch die Innenstadt fahren zu lassen. Die Bilder, die nach diesem Anlass auf Facebook Schäden auf dem Pflaster beweisen sollten, stellen ebenfalls nur einen Abrieb auf den Steinen dar, der nach wenigen Tagen und dem einsetzenden Regen unsichtbar wurde.

„Wir sind sehr froh, dass die Kutschen wieder fahren dürfen. Die Resonanz war beim Apfel- und Birnenmarkt so überwältigend, dass wir noch einen zusätzlichen offenen Landauer mit Gummibereifung eingesetzt haben“, sagt Redemann. Sie ergänzt, dass auch die Gummireifen Fahrspuren auf den Steinen hinterlassen, die aber ebenfalls nach ein paar Tagen von selbst wieder verschwunden sind.

Anka-Maria Walther vom Duderstädter Stadtmarketing als Veranstalter der Themenmärkte, zeigt sich ebenfalls erleichtert darüber, dass die Kutschen keine bleibenden Schäden verursachen. „Wir punkten in unserer historischen Innenstadt mit Tourismus. Da gehören auch die Kutschen hinein, die als echte Attraktion wahrgenommen werden“, sagt Walther.

Kutschenkorso wird wiederholt

Das habe zudem der Korso am Ostersonnabend dieses Jahres gezeigt, der zum ersten Mal veranstaltet wurde und gleich tausende Menschen in die Duderstädter Innenstadt lockte. Nach dem spontanen Erfolg sollte die Ausfahrt vom Sonnenstein durch das Ober- und Untereichsfeld im kommenden Jahr wiederholt werden.

Heiner Bernhard vom Duderstädter Ordnungsamt erklärt: „Als beim Kunsthandwerkermarkt die Beschwerde einging, war man sich nicht sicher, ob es tatsächlich bleibende Schäden auf dem Pflaster mit Folgekosten geben könnte. Mit den jetzigen Erkenntnissen ist für Kutschen weiterhin freie Fahrt.“

Das, so Bernhard, gelte sowohl für Hochzeitskutschen als auch für Ausfahrten bei Märkten. Egal, ob die Veranstaltung nun von Seiten des Stadtmarketings oder von privat organisiert wird, bestätigt der Mitarbeiter des Ordnungsamtes.

200 eisenbeschlagene Pferdehufe dröhnten am Ostersonnabend durch die Marktstraße. 25 zum Teil historische Kutschen fuhren nacheinander auf, parkten vom Rathaus bis zur Unterkirche und wurden von Hubertus Werner, Vorsitzender des Duderstädter Stadtmarketings, unter Applaus vorgestellt. ©Richter

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Von Claudia Nachtwey

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©Richter