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Grünes Licht für rotes Rathaus in Gieboldehausen

Dämmputz ersetzt Klinkerfassade Grünes Licht für rotes Rathaus in Gieboldehausen

Gegen die Stimmen der Gruppe Freie Wähler/SPD/Grüne hat die CDU-Mehrheitsfraktion im Bauausschuss der Samtgemeinde die Auftragsvergabe für den Umbau und die energetische Sanierung des Gieboldehäuser Rathauses auf den Weg gebracht.

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Verwinkelt in den Hang gebaut: Nach mehr als 40 Jahren soll das Gieboldehäuser Rathaus eine neue Außenhülle bekommen.

Quelle: Richter

Gieboldehausen. Die Arbeiten an dem zur Gebietsreform geschaffenen Verwaltungssitz sollen bereits im Mai beginnen, die Investitionssumme beläuft sich auf rund 387 000 Euro. Für die energetischen Maßnahmen will Samtgemeinde-Bürgermeisterin Marlies Dornieden (CDU) die zinsgünstigen Darlehen nutzen, die die Kreditanstalt für Wiederaufbau derzeit anbietet.

Im Fachausschuss hauten einige Politiker noch einmal auf den Putz wegen der Höhe der Ausgaben und der Klinkerfassade, die durch Dämmputz ersetzt werden soll. Stephan Hörschelmann (Grüne) stellte die prognostizierte Amortisationszeit  in Frage und plädierte dafür, wegen der angespannten Etatlage die Fassade zurückzustellen und nur das Dach zu dämmen. Dem widersprachen Dornieden und Architekt Markus Otto. Das Haupteinsparpotenzial liege in der Außenfassade, die derzeit keine Wärmedämmung habe, sagte Otto: „Es wäre Irrsinn, auf die energetische Sanierung zu verzichten.“ Der Energiepass für das Rathaus habe die Notwendigkeit aufgezeigt, etwas zu tun, betonte Dornieden, verwies auf Synergieeffekte schon wegen des Gerüstaufbaus für Dach und Fassade sowie die derzeit günstigen Konditionen: „Im Vergleich zu anderen Rathäusern spottet das Gieboldehäuser Rathaus jeder Beschreibung.“

Theo Sommer (FW) monierte, dass eine „hochwertige Verklinkerung“ abgerissen werde, während anderswo gespart werden müsse. Die Außenansicht des Rathauses sei in Einklang mit dem Kirchberg zu sehen. Dämmputz habe nur 22 Jahre Lebensdauer, müsse gestrichen und als Sondermüll entsorgt werden, sei anfällig für Vandalismus und Schäden durch Tiere, und die Brandgefahr sei größer, meint Sommer.

Die Vorbereitungen liefen seit zwei Jahren, das Verfahren sei transparent, alle technischen und sachlichen Aspekte diskutiert worden, hielt Norbert Leineweber (CDU) den Kritikern entgegen: „Heute geht es um die Auftragsvergabe.“ Auch ihr gefielen die Klinker, merkte Dornieden an. Sie seien aber energetisch nicht mehr tragbar.

Bei dem Bauprojekt geht es nicht nur um das Dach und die  Klinkerfassade, wegen der das  Rathaus in der Vergangenheit im Volksmund als rotes Rathaus geläufig war. Der Sitzungssaal unter dem Dach soll umgebaut, der Serverraum verlagert, der Rathausvorplatz umgestaltet werden. Einem Steg vom Kirchvorplatz zum nur über 56 Stufen, zwei Etagen und drei Zwischengeschosse zu erreichenden Sitzungssaal hat die katholische Kirchengemeinde nicht zugestimmt, die Voraussetzungen für einen barrierefreien Zugang zum Saal sollen aber im Zuge der Umbauarbeiten bereits geschaffen werden.

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