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Grundschüler eröffnen Märchenausstellung im Amtsgericht Duderstadt

Wilde Ehe im Wald Grundschüler eröffnen Märchenausstellung im Amtsgericht Duderstadt

Hinter dem Richterstuhl hängt eine gold-glänzende Folie: „Märchenhafte Zauberwelt“ ist darauf zu lesen. Im Amtsgericht? Einem Ort, an dem Legenden nichts zu suchen haben sollten und die Wahrheit oberste Priorität hat?

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„Sei‘ kein Frosch und heirate mich“ – Doch die Prinzessin lehnt den Antrag ab.

Quelle: Richter

Duderstadt. „Märchen thematisieren immer den Kampf des Guten gegen das Böse“, erläutert Susanne Schwabe den Zusammenhang. „Gutes wird belohnt, Böses bestraft.“ Die ehrerin der Janusz-Korczak-Schule beschreibt damit den Gedanken, der der am Dienstag im Amtsgericht eröffneten Konzeptausstellung zugrunde liegt – der ersten Ausstellung zu einem festen Thema, wie Gerhard von Hugo, Amtsgerichtsleiter, berichtet. Und auch in einer zweiten Hinsicht handele es sich bei der Ausstellung um ein Novum: Erstmals sind Kinder die Künstler, die ihre Werke zeigen.

Die Schüler waren es auch, die den Besuchern der Vernissage einen ersten Einblick in die Welt der Märchen verschafften: Kostümiert brachten sie die Geschichte von Dornröschen auf das Parkett des Gerichtssaales – und das in witziger und moderner Form, als Musical unter dem Titel „Als Dornröschen zweimal wachgeküsst wurde“. Zunächst schien es, als rollten die Grundschüler, die von einem Chor unterstützt wurden, die Geschichte von hinten auf: Alles begann mit einem Kuss, der den Hofstaat weckte. Vater König schien damit sehr einverstanden, auch mit der Frage des küssenden Prinzen, ob dieser um die Hand der Königstochter bitten dürfe: „Prinzen sind immer gut“, lautete die pragmatische Antwort. Das Töchterchen im heiratsfähigen Alter sah das gar nicht so: Gerade nach 100 Jahren aufgewacht und schon heiraten? Komme gar nicht in die Tüte. Schließlich kenne sie den Kandidaten gar nicht.

Auch die Hofmaus, ein verkleidetes Kind, das piepsend durch den Gerichtssaal huschte, riet ihr ab. Also ging die Prinzenschau weiter: Der Froschkönig quakte nach einem Kuss – und wurde ebenfalls abgelehnt. Als dann Rumpelstilzchen mit Erpressermethoden sein Glück versuchte, brauchte Dornröschen Hilfe: Zum Glück flüsterte ihr die Maus den Namen – und sie musste ihn ebenfalls nicht heiraten. Als Dornröschen nach all dem Trautheater Ruhe im Wald suchte, fiel sie erneut in tiefen Schlaf – und wurde erneut geweckt. Und der Prinz, der war nicht von schlechten Eltern. Und heiraten? Wollte er auch nicht. „Und wenn sie nicht gestorben sind, ziehen sie noch immer unverheiratet durch den Wald“, schloss die Märchenoma.

Damit leitete sie über zur ersten öffentlichen Gelegenheit, die Märchenbilder der Kinder zu betrachten. Von getuschten Bildern über Collagen und Skulpturen haben die Erst- bis Viertklässler zum Thema erstellt. Die Ausstellung ist bis Ende Januar zu den Öffnungszeiten des Amtsgerichts zu sehen.

Schüler der Janusz-Korczak-Schule in Duderstadt haben die Ausstellung zum Thema Märchen eröffnet. © Richter

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©Richter