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Grußworte des Bürgermeisters

Heiligenstadt Grußworte des Bürgermeisters

Zu Weihnachten wendet sich der Bürgermeister von Heiligenstadt, Thomas Spielmann, an seine Mitbürger. Das Tageblatt veröffentlicht den Brief im Wortlaut.

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Thomas Spielmann

Quelle: r

Liebe Heiligenstädterinnen, liebe Heiligenstädter,
lieber Bürgerinnen und Bürger in unseren Ortsteilen,
ein sehr ereignisreiches Jahr geht zu Ende. Unsere Stadt hat sich auch 2016 wieder bestens weiterentwickelt.
Viele Baustellen haben zeitweise zu Einschränkungen geführt. Im Hun- und Steingraben wurde fleißig gebaut. Besonders die Anwohner mussten und müssen auch noch nach der Winterpause einige Monate Unannehmlichkeiten hinnehmen. Danke für Ihre Geduld. Am Ende werden aber endlich, dank der guten Zusammenarbeit mit der WAZ, auch diese Bereiche mit einer zeitgemäßen Entwässerung und einem neuen Straßenbelag samt Gehwegen versehen sein. Im kommenden Jahr wird die neue Brücke über die Bahnlinie aufgelegt und das Umfeld neu gestaltet, dann ist ein hundert Jahre alter (Un-) Zustand Geschichte.
Der Umbau des Stadions, ein Projekt, welches sich schon über viele Jahre zieht, befindet sich auf der Zielgeraden. Der Rasen wächst gut an, die Laufflächen und alle Nebenanlagen sind im Frühjahr fertig. Anschließend sanieren wir auch noch das Bestandsgebäude, in dem sich z. B. die Gaststätte und Umkleidekabinen befinden. In das Stadion werden am Ende deutlich mehr als 6 Mio. Euro an Eigen- und Fördermitteln investiert sein. Hierauf sind wir sehr stolz und wir freuen uns, unseren Sportlern hochklassische Sportstätten zur Verfügung stellen zu können.
Weiter gemacht haben wir auch mit dem barrierefreien Umbau der Bushaltestellen. Rollstuhlfahrer, Menschen mit Sichteinschränkungen oder Gehbehinderungen, aber auch Eltern mit Kinderwagen können nun gefahrlos an vielen Haltestellen bequem in den Bus einsteigen. Die weitere Absenkung von Bordsteinen im Innenstadtbereich ist eine unserer nächsten Aufgaben.
Eine wichtige Maßnahme, die weiter geführt wird, ist der Umbau auf den Liethen. Die Wohnungsgenossenschaft hat im fast vergangenen Jahr einen alten und nicht mehr sanierungsfähigen Block abgerissen, ein weiterer wird folgen. Neubaupläne stehen fürs kommende Jahr im Programm der KoWo, auch die Modernisierung in der Husumer Straße wird zügig weitergehen. Und auch die Stadtwerke bringen sich für eine Verbesserung der Wohnbedingungen ein, mehr als 400 Wohnungen werden energetisch saniert. Wir bleiben dran!
Für alle unsere Vorhaben benötigt die Stadt Geld. Fördermittel fließen nicht mehr so üppig, wie in den Jahren nach der Wende. Dennoch können wir zufrieden sein, viele unserer Maßnahmen finden die Unterstützung des Landes. Eigenmittel decken wir aus Zuweisungen, Steuern und Gebühren, aber zum Beispiel auch aus den Einnahmen der Straßenausbaubeiträge. Die Stadt hat hier viele Jahre die Belastung der Bürger vermeiden können, am Ende aber wurden wir vom Freistaat Thüringen gezwungen, diese Beiträge nachträglich zu erheben. Unverständnis beim Bürger über diese Gesetzeslage war die Folge. Nun hat sich die Landesregierung entschlossen, dieses Gesetz infrage zu stellen. Findet dies so Zustimmung, dann können Gemeinden, die finanziell dazu in der Lage sind, auf eine nachträgliche Erhebung ganz oder teilweise verzichten. Eine Rückzahlung soll möglich sein.
Bürgermeister und Stadtrat werden sich, so das Gesetz beschlossen wird, mit dieser neuen Situation intensiv auseinandersetzen. Auch die Stimmen der Bürger und Eigentümer müssen hierzu gehört werden, denn die Entscheidung hat ggf. erhebliche Auswirkungen auf die Investitionskraft unserer Stadt in den kommenden Jahren. Seit vielen Jahren konnten wir auf Kreditaufnahmen verzichten und unsere Verschuldung senken, das könnte sich dadurch ändern.
„Streaming“ oder „Smart-Home“ bestimmen immer mehr unseren Alltag, die Anforderungen an Datennetze steigen. Nachdem in den Vorjahren die Ortsteile versorgt wurden, gibt es nun seit einigen Wochen auch in der Kernstadt schnelles Internet an nahezu allen Stellen. Jeder Kunde muss dazu jedoch seinen Festnetzanbieter kontaktieren, es sind ggf. Umstellungen beim Tarif nötig, teurer muss es dafür nicht werden. Bitte lassen Sie sich beraten, um die neu in der Stadt geschaffene Infrastruktur auch nutzen zu können.
Als letzte Baumaßnahme möchte ich gern den Umbau des Rathauses erwähnen. Einen Fahrstuhlschacht in einem 300 Jahre alten Gebäude nachzurüsten war große Herausforderung. Dank guter Arbeit unserer Planer und Bauleute, viele davon Heiligenstädter, konnten die Arbeiten erfolgreich durchgeführt werden. Der Aufzug läuft, ein barrierefreier Zugang vom Marktplatz wurde geschaffen und das Bürgerbüro empfängt nun in modernen Räumlichkeiten Einheimische und Gäste. Im kommenden Jahr stellen wir die 2. und 3. Etage fertig, dann kehrt nach mehr als 20 Jahren ein Teil der Verwaltung ins Rathaus zurück. Der Stadtrat wird dann zu entscheiden haben, was mit dem anderen Teil der Verwaltung und dem dann leerstehenden Teil des Stadthauses passieren soll. Mein Vorschlag liegt ausfinanziert auf dem Tisch, über bessere Ideen kann man gern reden.
Das Eichsfelder Heimatmuseum hat durch den Generationenwechsel in der Leitung, aber auch durch die Diskussionen in den vergangenen Monaten, an Aufmerksamkeit gewonnen. Dieses große Interesse müssen wir nun nutzen, die Weichen für die Zukunft richtig zu stellen. Jedoch wurde durch eine Mehrheit im Stadtrat die Erarbeitung einer inhaltlichen Konzeption zugunsten anderer Maßnahmen zunächst verschoben.
Das Museum ist ein Ort, an dem man in ganz verschiedenen Formen etwas lernen kann und soll. Der Tourist kann vielleicht in einem Film am schnellsten die Eichsfelder Tradition erleben und begreifen. Schüler müssen sich wahrscheinlich im Wortsinn „mit den Dingen befassen“, damit sie in Erinnerung bleiben. Ein Handwerk zum Mitmachen könnte eine solche Idee sein. Geschichtsinteressierte Heiligenstädter spricht sicher eher eine Lesung oder ein Fachvortrag an. Diesen unterschiedlichen Ansprüchen wollen wir gerecht werden, ohne die Bewilligung der Mittel jedoch kann auch der engagierteste Mitarbeiter nur wenig ausrichten. Die Hülle des Hauses wurde saniert, jetzt geht es um das Innenleben.
Sehr gefreut habe ich mich im vergangenen Jahr über die große Zahl an Veranstaltungen in unserer Stadt, keine Woche vergeht ohne. Sommerkino oder Sommernachtsball, Wein-, Lichter- oder das Museumsfest gehören dabei zu den neuen Terminen, etabliert sind u. a. Ibergrennen, das Stadt- und Kinderfest, der Gesundheitsmarkt mit dem Märchenparkfest, der Autofrühling oder die Kirmes in den verschiedenen Stadtgemeinden. Natürlich weiß ich, dass unsere Jugend gern eine Disko oder ein Kino vor Ort hätte. Aber hierzu braucht es einen Betreiber, den wir gern bei seinem Vorhaben unterstützen würden. In unserer Nachbarstadt scheint es hierfür einen Investor mit Interesse zu geben. Gelingt das, dann wäre das gut fürs Eichsfeld und damit auch gut für uns.
 
An dieser Stelle nochmal der Hinweis: Vor einigen Jahren ist es gelungen die Bahn davon zu überzeugen, auch spät am Abend noch einen Zug von Göttingen nach Heiligenstadt fahren zu lassen, dieser fährt dort um 23:08 Uhr ab, das reicht für die Abendvorstellung im Cinemaxx. Nutzen Kinder und Jugendliche hierfür eine Bahncard, dann sparen sie 25%. Die Jugendbahncard kostet einmalig 10 Euro und gilt bis man 19 Jahre alt wird, die Anschaffung lohnt sich also sehr!
Unser Weihnachtsmarkt liegt nun hinter uns und er war erneut unglaublich stimmungsvoll. Viele Menschen haben ihn für seine Details, die Dekoration im Barockgarten, für das Programm oder die vielen sehr ansprechend gestalteten Buden und Zelte gelobt. Zu Recht. Was hier von den Mitarbeitern der Touristinformation, den vielen großen und kleinen Künstlern, den freiwilligen Helfern und den Standbetreibern „auf die Beine gestellt“ wurde, ist wirklich beachtlich. Diese Qualität lockt Gäste und Einheimische an und trägt so dazu bei, Heiligenstadts Bedeutung in der Region zu stärken. Vielen Dank!
Auch die Gebietsreform, ob man sie nun für richtig hält oder nicht, wird unsere Rolle als Zentrum im Eichsfeld weiter stärken. Denn unsere Stadt wird dabei wachsen! Für den Weg von Bernterode zur Stadt Heilbad Heiligenstadt haben der Gemeinderat bzw. der Stadtrat als erste im Eichsfeld (!) schon vor Monaten die Weichen gestellt. Wir freuen uns auf unsere gemeinsame Zukunft und sagen „Herzlich Willkommen“!
Andere Gemeinden um uns herum haben ebenfalls Interesse oder feste Absichten signalisiert. Das neue Jahr wird uns also viele Herausforderungen bringen, die wir lösen werden. Das tun wir fair und auf Augenhöhe im Interesse der Gemeinden, die sich die Situation ja auch nicht ausgesucht haben.
Liebe Heiligenstädterinnen und Heiligenstädter, lieber Bewohner unserer Ortsteile, herzlichen Dank an alle, die sich im vergangenen Jahr erneut um das gute Zusammenleben der Menschen in unserer Stadt gekümmert haben. Sich uneigennützig um das Wohl anderer zu kümmern, ist nicht selbstverständlich. Großen Dank an die Kameraden der Feuerwehr und des THWs, auf die man immer zählen kann. Selbstlos sind Sie im Einsatz, wenn andere Hilfe brauchen. Vielen Dank aber auch für ihre wirklich beispielgebende Jugendarbeit, ich bin stets beeindruckt vom Zusammenhalt und vom engen Miteinander. So macht die Arbeit Spaß!
Danke an alle Ehrenamtlichen, die in unseren Vereinen Verantwortung übernehmen und dazu beitragen, dass Sport, Kultur und Unterstützung für den Nächsten überhaupt möglich ist.
Viele Menschen sind auch „einfach nur so“ für den Nachbarn da. Sie helfen, wenn Hilfe gebraucht wird und reden gar nicht groß darüber. Danke, gerade für diese Hilfe im Stillen! Niemanden allein zu lassen, das macht Gemeinschaft aus.
Ich hoffe sehr, dass Sie alle an den Weihnachtstagen ein wenig zur Ruhe kommen können.
Freuen Sie sich darauf, andere zu besuchen oder auch auf den Besuch Ihrer Familie und Freunde.
Wie immer, so wünsche ich all denen, die sich in diesen Tagen einsam fühlen die Kraft, Erinnerungen zuzulassen. Auch der Besuch eines Gottesdienstes oder Begegnungen beim Spaziergang können Ihnen Zuversicht geben.
Ich wünsche Ihnen allen frohe Weihnachten und einen guten Start ins neue Jahr!
Herzliche Grüße
Ihr
Thomas Spielmann

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