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Gutachter empfiehlt Stadtbus für Duderstadt

Jährlich 477.000 Euro Defizit Gutachter empfiehlt Stadtbus für Duderstadt

Ein Stadtbus für die Kernstadt und einige umliegende Ortsteile – eine solche Variante kann sich Verkehrsgutachter Carsten Busse  für Duderstadt vorstellen. Geld wäre in jedem Fall aufzubringen. Wer Defizite eines Stadtbusbetriebs tragen könnte, ist aber nach wie vor offen.

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Quelle: Richter

Duderstadt. „Den Hut als Bestellerin von Fahrleistungen hat die Stadt auf“, sagte Busse am Dienstagabend im Stadtentwicklungsausschuss. Geld für eine jährliche Defizitabdeckung ist allerdings nicht in Sicht. Egal, welche Variante gewählt wird, ohne Zuschuss aus öffentlichen Kassen ist öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) Busse zufolge nicht zu organisieren.

  Im Auftrage der Stadt hatte das Hamelner Beratungsunternehmen Fach-Leute die Einrichtung eines Stadtbussystems untersucht. Einen entsprechenden Antrag hatten Grüne und SPD voriges Jahr im Rat der Stadt gestellt. Der Ausschuss empfahl angesichts vieler offener Fragen weitere Sondierungen der Stadtverwaltung. Im Frühjahr 2016 soll ein Vorschlag folgen.

Aus Sicht der Fach-Leute gibt es drei denkbare Varianten. Geschäftsführer Busse riet allerdings von einer sofort ausdrücklich ab. Eine Einbindung aller Ortsteile sei erfahrungsgemäß nicht finanzierbar und man würde dem eigenwirtschaftlichen Regionalbusunternehmen RBB „ins Geschäft grätschen“, dessen Vertrag bis 204 laufe.

Eine Variante Kernstadt mit zwei Kurzbussen im Halb-Stunden-Takt würde Busse zufolge bei 500 Fahrgästen am Tag und 97 000 Euro Erlösen 283 000 Defizit im Jahr produzieren. Bei seiner favorisierten Variante „Kernstadt plus“ mit weiteren Ortsteilen beträgt das Defizit bei drei eingesetzten Bussen und 800 Fahrgästen 477 000 Euro.  Das übrige Stadtgebiet könne von einer Beschleunigung der Regionallinien profitieren.  Busse plädierte in jedem Fall für eine Anbindung der Marktstraße und Ausbau des ZOB zum Rendezvousplatz.

Busses Fazit lautete: „Duderstadt ist reif für einen Stadtbus.“ „Die Zahlen schocken erst einmal“, sagte Hans Georg Schwedhelm (Grüne). Es gehe aber um eine der wichtigsten Entscheidungen für die Zukunft. Zumindest einen Schnellbus zwischen Duderstadt und Göttingen wird es voraussichtlich wieder geben, finanziert durch das Land. Der ÖPNV im ländlichen Raum sei stark entwicklungsbedürftig, sagte Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU).

„Von den Ländern erwarten wir gute Netze und vernünftige Preise.“ Eine Fahrkarte nach Göttingen koste 6,15 Euro, beklagte Nolte, in Berlin könne man für sechs Euro den ganzen Tag fahren, finanziert durch den Länderfinanzausgleich. Er sei gespannt, was das Südniedersachsenprogramm für die Mobilität bringe. Ohne Unterstützung durch Landkreis und Land gehe es nicht.

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©Richter