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„Halbe Schweine können wir nicht“

Forum Eichsfeld „Halbe Schweine können wir nicht“

Blickt Hubert Kellner in die Zukunft, sieht er einen Siebenjährigen, der auf einem grünen Plastiktrecker über den Hof in Desingerode flitzt. Ob und wann Clemens, der Filius des kellnerschen Neffen, allerdings den Hof übernimmt, ist noch unklar.

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Hubert Kellner vertritt beim Forum die Belange der Bauern.

Quelle: Niklas Richter

Duderstadt. Blickt Hubert Kellner in die Zukunft, sieht er einen Siebenjährigen, der auf einem grünen Plastiktrecker über den Hof in Desingerode flitzt. Ob und wann Clemens, der Filius des kellnerschen Neffen, allerdings den Hof übernimmt, ist noch unklar. Wesentlich naheliegender sind die Themen, mit denen sich Kellner am Mittwoch beim Forum Eichsfeld beschäftigen will.

Wie die übrigen Podiumsteilnehmer wird sich Kellner dann den Fragen von Uwe Graells stellen. Der Chefredakteur des Eichsfelder und Göttinger Tageblatts wird von ihm wie von allen anderen wissen wollen: Was war los in der Landwirtschaft des vergangenen Jahres und wo soll die Reise hingehen?

Eines bringt Kellner allerdings mit, womit die übrigen Podiumsteilnehmer nicht aufwarten können: Er hat die Erfahrung aus dem vergangenen Jahr. Denn der Kreislandwirt ist der einzige der sechs Diskutanten, der im zweiten Jahr des Forums Eichsfeld bereits einen Stammplatz ergattern konnte.

Wie im vergangenen Jahr dürfte es um die Entwicklungen der globalen Märkte gehen, die unmittelbaren Einfluss auf die heimische Landwirtschaft haben: „Das Schwein aus Desingerode geht in die ganze Welt“, erklärt Kellner, der in seinem Stall Ferkel züchtet. Anders könne es kaum sein, denn in Deutschland würde längst nicht alles verzehrt, was an einem Schwein so dran sei. „Und halbe Schweine können wir nicht produzieren.“

Der Druck aus dem Ausland, die Auswirkungen der abgeschafften Milchquote, Vorgaben der Politik beispielsweise zum Tierwohl und eben auch das Essverhalten der Deutschen sollen beim Forum Eichsfeld diskutiert werden, geht es nach Kellner. Schließlich stehe die Landwirtschaft nie für sich allein da - es gebe immer vor- und nachgelagerte Betriebe und Branchen. Denen gehe es gut, wenn es der Landwirtschaft gut gehe. Sie könnten aber auch leiden, wenn es bei den Bauern nicht so rosig aussehe - Diese Zusammenhänge will Kellner erläutern.

Was ihn außerdem bewege sei das Problem vieler Landwirte, einen Nachfolger für den Hof zu finden, weil der Beruf nicht das Ansehen genieße, das ihm zustehen sollte. Im Falle Kellners sei die Frage bereits geklärt: Neffe Christian Wollborn sei bereits als Geschäftsführer tätig und bereit, eines Tages seinen Onkel abzulösen. Und dann steht ja noch Clemens in den Startlöchern: „Er will Bauer und Jäger werden“, sagt Kellner lachend.

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©Richter