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Hammer, Amboss und Hufeisen im Kofferraum

Mobiler Hufschmied in der Region Hammer, Amboss und Hufeisen im Kofferraum

Pferden die Fingernägel schneiden“, so beschreibt Hufschmied Nils Käsehage das Prinzip seiner Arbeit. Diese Maniküre für vierbeinige Fellträger wird in Fachkreisen „Ausschneiden“ genannt. Für ältere Pferde sei das Prozedere kein Problem, die jüngeren Einhufer müsse man erst an das Verfahren heranführen.

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Seit zwei Jahren mit seiner mobilen Schmiede unterwegs: Nils Käsehage.

Quelle: Tietzek

Im Grunde sei das so wie beim Menschen, erzählt Käsehage.

Neben dem Raspeln des Horns bringt der Werxhäuser auch Huf und Hufeisen zusammen. Das Beschlagen folgt direkt auf die Hufpflege. Käsehage: „Das Pferd muss erst in seinem ganzen Bewegungsablauf beobachtet werden, denn jedes Tier hat einen anderen Gang. Dann wird der Hufbeschlag angebracht. Dieser kann aus Eisen sein oder auch aus stoßdämpfendem Kunststoff.“ Sogar mit orthopädischen Beschlägen zur Regulierung von Hufkrankheiten versorgt Käsehage seine tierischen Kunden.

Der seit zwei Jahren selbstständige Hufschmied ist in der Region sehr gefragt. „Der Beruf ist noch relativ selten. Aber durch die Entwicklung des Reitsports ist die Nachfrage schon gestiegen“, erklärt Käsehage.

Der Werxhäuser ist kein traditioneller Hufschmied nach alter Sitte. Ein Anwesen, auf dem die Werkstatt des Pferdefreundes mit Amboss und Schmiedeofen steht, existiert nicht. Alle Instrumente und Werkzeuge, die zur Arbeit gebraucht werden, befinden sich stattdessen im Kofferraum des automobilen Einsatzzentrums. „Ich komme mit meinem Betrieb quasi zu den Kunden. Heutzutage ist alles schnelllebiger, und viele haben auch gar keine Zeit, ihre Pferde erst zu mir in die Schmiede zu transportieren“, erklärt Käsehage. Amboss, ein kleiner Gas-Schmiedeofen zum Erhitzen der Eisenbeschläge, Hammer und Gewindestollen zum individuellen Anpassen der Hufeisen sind in den Firmenwagen integriert. Freizeitpferde von Privatkunden, Dressur- und Springpferde von Reitställen, Zuchtpferde und Arbeitstiere, wie zum Beispiel kaltblütige Rückepferde, die spezielle Stollen benötigen, besucht Käsehage, um deren Hufe zu bearbeiten.

Die Liebe zum Pferd entdeckte der mobile Selbstständige bei der Arbeit auf einem Gestüt. Weder aus seiner Familie noch durch den Besitz eines eigenen Pferdes wurde Käsehage zu dem Unternehmen inspiriert: „Die Faszination für Pferde war aber immer schon da. An diesem Beruf reizt mich vor allem die Kombination aus Metallverarbeitung und dem Umgang mit den Tieren.“

Von Anna Kleimann

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