Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Hans Georg Näder kritisiert Neubau am Duderstädter Bahnhof

„Städtebauliche Fünf minus“ Hans Georg Näder kritisiert Neubau am Duderstädter Bahnhof

Ein sonniger Mittag im Februar, Hans Georg Näder fährt mit seinem Wagen durch die Bahnhofstraße. Das Radio dudelt Gute-Laune-Musik. In dem Moment allerdings, als der Duderstädter Ehrenbürger den Blick die Bahnhofstraße entlang richtet, schlägt seine Gemütsverfassung rapide um. „Aus dieser Perspektive sieht es aus, als wäre der Bahnhof weg.“

Voriger Artikel
Dorferneuerungs-Weg: Wolfgang Nolte apricht über die nächsten Schritte
Nächster Artikel
335 Temposünder im Eichsfeld ertappt
Quelle: Archivfoto

Duderstadt. Sicher, in seiner Funktion als Ein- und Aussteigestation für Reisende ist der Bahnhof schon lange weg, denn eine Bahnanbindung hat Duderstadt längst nicht mehr. Aber als städtebauliches Sahnestückchen und historisches Denkmal hat der Bahnhof noch immer eine hohe Relevanz – in die Näder „nicht nur Herzblut, sondern auch jede Menge Geld gesteckt hat.“

Mit dem Ergebnis der Entwicklung um den Bahnhof herum ist er allerdings unzufrieden. Genauer gesagt, mit einem Nachbargebäude. Dort hat die VR-Bank Südniedersachsen Ladenlokale für einen dm-Markt und eine easy-Apotheke entstehen lassen. Die Apotheke wird am Montag eröffnet. „Der VR-Bank kann man keinen Vorwurf machen“, sagt Näder. Dass allerdings seitens der Stadtverwaltung nicht eingeschritten wurde, als die Baupläne vorlagen, könne er nicht nachvollziehen. „Der Blick von der Innenstadt auf den Bahnhof verdient eine städtebauliche Fünf minus“, macht er seinem Unmut Luft.

Grundsätzlich sei er froh gewesen, dass im Umfeld des Ärzteclusters im Bahnhof eine Apotheke entstanden sei. Er wolle sogar versuchen, weitere Ärzte von einer Ansiedlung vor Ort zu überzeugen. „Wenn man an junge Familien denkt, an ältere Menschen oder jeden von uns, wenn es regnet, ist das eine gute Sache“, so Näder, der glaubt, auch die Innenstadt profitiere von einem zusätzlichen Anziehungspunkt in fußläufiger Entfernung. Aber eine solche Architektur in der Nachbarschaft eines historischen Bahnhofs – „Da fällt mir nichts mehr zu ein.“

Er glaubt, es wäre genügend Fläche vorhanden gewesen, eine Lösung für den Neubau zu finden, die den Altbau nicht zu sehr verdeckt hätte. „Die Stadt hätte die Möglichkeit gehabt, auf die Bauplanung einzuwirken. So ist leider eine städtebauliche Chance vertan. Zehn Meter mehr Blick auf den Bahnhof hätten das ganze entspannt.“

Von seinen Nachbarn auf der gegenüber dem VR-Gebäude liegenden Seite verspricht sich Näder viel: „Das scheint attrakiv zu werden“, glaubt er.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Apfel- und Birnenmarkt in Duderstadt

©Richter