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Exkursion durch vergilbtes Papier

Einblicke ins Stadtarchiv Exkursion durch vergilbtes Papier

Der 40. Geburtstag der Duderstädter Stadtbibliothek ist in diesem Jahr mit vielen Aktionen gefeiert worden. Ein weiterer Programmpunkt wurde ins Duderstädter Stadtarchiv verlagert. Stadtarchivar Hans-Reinhard Fricke gab Einblicke in die Geschichte und Aufbewahrung historischer Unterlagen seit 1266.

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Vieles gibt es zu entdecken im Duderstädter Stadtarchiv, das Unterlagen aus der Verwaltung, der Presse oder Urkunden bis aus dem Mittelalter verwahrt.

Quelle: HW

Duderstadt. Bibliotheken und Archive sind Informationsquellen für alle, die an der Geschichte der Heimat interessiert sind“, sagte Helmut Bömeke vom Heimatverein Goldene Mark, der die Exkursion durch das Archiv initiiert hatte. Das Interesse war auf jeden Fall bei den rund 20 Personen vorhanden, die gekommen waren, um unter dem Staub der alten Akten neue Einblicke über Inhalte und Recherchemöglichkeiten zu gewinnen, die das Duderstädter Stadtarchiv bietet.

„Dass die Duderstädter in ihrer Geschichte oft etwas eigenwillig waren, ist dem Stadtarchiv zugute gekommen“, meinte Fricke und bezog sich auf die Weigerung der Stadtverwaltung, alle Archiv-Unterlagen im Jahr 1939 nach Hannover auszulagern, wie es damals verlangt worden war. „Was im Hauptstaatsarchiv in Hannover nicht 1943 beim Bombenangriff zerstört wurde, fiel 1946 dem Leinehochwasser zum Opfer“, sagte Fricke. Viele Städte wie Hann. Münden haben damit all ihre historischen Unterlagen verloren.

Doch das Duderstädter Stadtarchiv verfügt bis heute über einen umfangreichen Kernbestand städtischer Akten, Urkunden und Rechnungsbücher seit dem Mittelalter. Auch alle Zeitungen sind seit der Gründung des ersten Duderstädter Wochenblattes 1815, der daraus hervorgegangenen Zeitung fürs Eichsfeld und der Eichsfelder Morgenpost bis hin zur bis 1986 bestehenden Südhannoverschen Volkszeitung und allen Ausgaben des Eichsfelder Tageblatts im Archiv einsehbar.

Das Duderstädter Stadtarchiv war seiner Zeit sogar voraus, als das digitale Zeitalter Einzug in die Verwaltung hielt. „Ab 1996 haben wir mit der damals aktuellen Software in den folgenden drei Jahren rund 78000 Unterlagen digitalisiert. Aber wir waren zu früh dran. Heute können wir die Daten leider nur noch mit dem Rechner aus dieser Zeit abrufen“, sagte Fricke und zeigte auf ein steinzeitlich anmutendes Gerät mit wuchtigem Bildschirm. Als er nach seiner Wunschliste für das Stadtarchiv gefragt wurde, war die Antwort klar: Finanzielle und personelle Erweiterungen. Fricke bekleidet eine halbe Stelle, daher seien die Öffnungszeiten eingeschränkt, und eine moderne Digitalisierung der Unterlagen würde vor allem Zeit und Geld kosten

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