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Harald Schmidt gestaltet in und um Duderstadt Wohnräume

Nestbau für Fortgeschrittene Harald Schmidt gestaltet in und um Duderstadt Wohnräume

Mit dem Projekt „Leinehof“ ist Harald Schmidt beim Tag der Architektur vertreten gewesen. Seine Arbeiten sind aber nicht nur in Göttingen zu sehen – auch in Duderstadt hat der Architekt seine Spuren hinterlassen.

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Arbeiten des Architekten: In Duderstadt hat Schmidt Kunsthalle HGN, Gästehaus und Malteser-Gebäude gestaltet, in Göttingen den Leinehof.

Quelle: EF

Duderstadt. „Wohnen und Arbeiten im Leinehof“ lautete der Titel des Projektes in Göttingen, für das Schmidt das Grundkonzept erstellt und den Neubau geplant hat. In Duderstadt finden Architekturinteressierte Arbeiten des 54-Jährigen im ganzen Stadtgebiet vor – womöglich aber, ohne sie sofort einordnen zu können. Dass er keine eindeutige Handschrift, keinen klar ihm zuzuordnenden Stil hinterlässt, begründet der Architekt und Berater mit einem Grundsatz, auf dem seine Arbeit fußt: Im Mittelpunkt soll der Mensch stehen, der später in einem der von ihm geplanten Gebäude lebt. „Das bin in den seltensten Fällen ich“, sagt Schmidt – in den seltensten Fällen deshalb, weil er sein Wohnhaus an der Kurmainzer Straße in den 1990er-Jahren ebenfalls selbst entworfen hatte – und dort noch immer lebt.

 
Für das Leitbild, Entwürfe vom späteren Bewohner aus zu denken, sei das Projekt Leinehof ein gutes Beispiel. Das Konzept, das Schmidt für das Ensemble erstellt hat, basiert darauf, das schlichte Fachwerk des Altbaus – früher befand sich an diesem Ort eine Orgelpfeifenfabrik – mit einem modernen Neubau zu verbinden. 14 Wohnungen befinden sich um einen zentralen Hof herum, der das Kommunikationszentrum der im Leinehof lebenden und arbeitenden Menschen darstellt. Allesamt sind sie für unterschiedliche Bedürfnisse zugeschnitten: 45 Quadratmeter für Singles, bis zu 200 Quadratmeter für Großfamilien. „Wohnraum zu schaffen ist komplizierter, als etwas nur Schönes zu schaffen“, erklärt Schmidt – wiederum bezugnehmend auf die individuellen Ansprüche des Menschen. Funktionalität, Proportionen, Aufteilungen, Himmelsrichtungen, Erschließung, Baugesetze – das alles gebe es zu beachten. Im Falle des Leinehofes komme noch der Arbeitsbereich durch das Gesundheitszentrum hinzu, der ebenfalls in das Gesamtkonzept integriert sei. „Man lebt in einer Wohnanlage, fühlt sich aber wie in einem Einfamilienhaus.“

 
Auffällige und aufwändige Projekte wie das Anwesen Hans Georg Näders auf dem Weinberg seien ebenfalls auf Grundlage seiner Planungen entstanden, aber nie für einen Wettbewerb vorgeschlagen worden. Auch solche Entscheidungen überlasse er den Eigentümern, sagt Schmidt. Dabei sei beispielsweise die Kunsthalle HGN mit ihrem Erdhaus schon eine ungewöhnliche Umsetzung einer ungewöhnlichen Idee: „Der Eigentümer wünschte sich, vom Garten aus den Blick über Duderstadt zu haben.“ Also wurde kurzerhand das Haus vergraben und auf seinem Flachdach der Garten realisiert.

 
Dabei hat sich Schmidt keineswegs auf besondere Ansprüche spezialisiert. Derzeit ist er an zwei Projekten in Gerblingerode beteiligt, unter anderem lief die Sanierung des Malteser-Hauses am Schützenring unter seiner Leitung. „Duderstadt braucht Brüche in den Bauten, damit Bewegung in den Städtebau kommt“, glaubt Schmidt. Dazu könne jeder Bauherr im Kleinen beitragen. „Meine Aufgabe ist es, mich in den Bauherrn hineinzufühlen und eine Symbiose mit ihm einzugehen.“ Nur daraus könne etwas Gutes entstehen – und das sei mehr als nur etwas Schönes.

 

www.harald-schmidt-architekt.de

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