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Hausarztpraxis in Seeburg droht der Verfall der kassenärztlichen Zulassung

Landarzt ... verzweifelt gesucht Hausarztpraxis in Seeburg droht der Verfall der kassenärztlichen Zulassung

Die Hausarztpraxis von Otto Gleitze in Seeburg ist seit dem Jahreswechsel verwaist. Der Allgemeinmediziner, der im März 67 Jahre alt wird, sucht nach einem Nachfolger. Ansonsten würde die kassenärztliche Zulassung für die Praxis verfallen.

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30 Jahre lang Hausarzt in Seeburg: Otto Gleitze.

Quelle: EF

Seeburg. Das Klebeband-Provisorium  über dem Praxisschild lässt die Hoffnung offen, dass es in Seeburg wieder einen Landarzt geben wird.

Gleitze wollte eigentlich schon vor zwei Jahren in den Ruhestand gehen, hat bislang aber keinen Nachfolger gefunden und die Praxis für die Patienten weitergeführt. Wegen einer akuten Erkrankung hat ihn in den vergangenen Monaten ein Arzt aus Goslar vertreten.

Auf die Ausschreibung der Kassenärztlichen Vereinigung  (KV) habe sich ein Bewerber aus dem Göttinger Raum gemeldet, sei aber völlig unerwartet in letzter Minute abgesprungen. Jetzt setzt Gleitze, der über der Praxis an der Ortsdurchfahrt wohnt, auf das Ergebnis einer weiteren Ausschreibung bis zum 1. Juli.

Grundsätzlich keine Auskunft über Ausschreibungen erteilt die Göttinger KV-Bezirksstelle, bestätigt aber, dass es partielle Entsperrungen für Praxiszulassungen erst bei einem Versorgungsgrad von weniger als 110 Prozent gebe. Die hausärztliche Versorgung im Eichsfeld liege aber derzeit bei 114,4 Prozent.

Auch die KV sei an einem Nachfolger für die bestehende Praxis interessiert und sehe Potenzial für die Zukunft, meint Gleitze und hält auch eine Zweigstelle für denkbar: „Es tut mir in der Seele weh, keinen Nachfolger zu finden.“ Bei jungen Ärzten gebe es eine große Unsicherheit, sich selbstständig zu machen – vor allem im ländlichen Raum.

Die Praxis in Seeburg hat der Enkel des Heimatdichters Franz Gleitze und Neffe des ehemaligen Duderstädter Oberkreisdirektors Matthias Gleitze im Juli 1986 eröffnet und viel Geld investiert. 30 Jahre lang hat er mit seiner Frau, die gelernte Krankenschwester ist, die „klassische Haus- und Landarztpraxis“ betrieben. Der Patientenstamm reiche vom Säugling bis zum Greis, die Patienten kämen größtenteils aus Seeburg und umliegenden Orten, im Sommer seien auch Camper und Feriengäste dabei.

„Wir wollten keinen Schnelldurchlauf und haben uns bewusst für eine kleine familiäre Praxis mit intensiver Zuwendung für die Patienten entschieden“, betont der Mediziner.

Die Gemeinde Seeburg unterstütze die Bemühungen um einen Nachfolge, sagt Bürgermeister Harald Finke (CDU). Interessenten könnten sich auch an die Gemeinde wenden. Die wirbt auf ihrer Homepage für die Praxis mit „hochwertiger Einrichtung, zentraler Lage, elektronischer Vernetzung und treuem Patientenstamm“.

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©Richter