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Heinz Peter Miebach referiert beim Kolping-Seniorenstammtisch

Ethisch, nicht religiös Heinz Peter Miebach referiert beim Kolping-Seniorenstammtisch

Einen Einblick in den mitunter grausamen Alltag eines Militärsseelsorgers in Afghanistan hat Pfarrer a. D.  Heinz Peter Miebach beim Kolping-Seniorenstammtisch gewährt. In der Ferienstätte am Pferdeberg lauschten etwa 40 Besucher den Geschichten und Erkenntnissen, die Miebach aus dem Land am Hindukusch mitgebracht hatte.

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Heinz Peter Miebach (hinten stehend) referiert beim Seniorenstammtisch.

Quelle: Weseloh

Duderstadt. „Ich begleitete Soldaten, aber auch deren Familien“, sagte Miebach. Die geistige aber auch seelische Belastung, unter der die Soldaten litten, wollte er lindern. „Das Schreckliche darf nicht im Unterbewusstsein verschwinden“, erklärte er seine Mission.

Die Strapazen, die einige der Soldaten mitmachen mussten seien schwer zu ertragen gewesen. Als Beispiel nannte er die Freilegung von Massengräbern, mit einer anschließenden Kontrolle. „Die Soldaten mussten dann gucken ob die Leichen getötet wurden, oder auf natürlichem Wege verstorben waren“, sagte der Seelsorger.

Ziel seiner Arbeit sei dafür zu sorgen das Frieden werde. „Es war wichtig das ich ethische und nicht religiöse Hilfe leiste“, erklärte er. Unter den Soldaten seien schließlich nicht nur Christen gewesen.

Manche Herausforderungen mit denen Miebach konfrontiert war, schienen auf den ersten Blick nicht zu der Tätigkeit eines Militärseelsorgers zu passen. „Ein Thema das oft vorkam war die Trauerbewältigung nach einer Trennung“, sagte er. Die Soldaten könnten nicht nach Hause und ihre Frauen machten das nicht mehr mit. Dann hätten sie sich von ihrem Mann getrennt und seien eine neue Beziehung eingegangen. Eine zusätzliche Belastung für den Soldaten, in der ohnehin schon schwierigen Zeit.

Was einige Zuhörer verwunderte: Ein Seelsorger wird laut Miebach lieber von den Soldaten besucht als ein Psychologe. „Wir haben das Beichtgeheimnis, da müssten die Soldaten keine Angst haben, dass der Kommandeur etwas aus den Gesprächen erfährt“, sagt er. 

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©Richter