Volltextsuche über das Angebot:

25 ° / 10 ° heiter

Navigation:
Hildesheimer Bischof bei Laurentiusfest in Gieboldehausen

„Lobbyist der Armen“ Hildesheimer Bischof bei Laurentiusfest in Gieboldehausen

Mit langem Glockengeläut haben die Kirchen in Wollbrandshausen, Bodensee und Gieboldehausen Norbert Trelle begrüßt. Am Sonntagmorgen empfingen Pfarrer Matthias Kaminski sowie Abordnungen der Kommune und Vereine den Hildesheimer Bischof zum Laurentiusfest in Gieboldehausen.

Voriger Artikel
Gieboldehausen im Zeichen des Schützen- und Volksfestes
Nächster Artikel
Kontura und LNS-Gesellschaft veranstalten Friedensfest im Museumsgarten

Mit langem Glockengeläut haben die Kirchen in Wollbrandshausen, Bodensee und Gieboldehausen Norbert Trelle begrüßt.

Quelle: Eckermann

Gieboldehausen. „Großer Gott, wir loben dich“, predigte Norbert Trelle, „aber kleiner Gott, wir lieben dich.“ Zum Laurentiusfest, dem Patronatstag der Gieboldehäuser Kirche, hatte sich der Hildesheimer Bischof selbst eingeladen:

„Ich fahre so oft ins Eichsfeld, da wollte ich auch einmal hier sein.“ Vor beinahe zehn Jahren war Trelle zum Hildesheimer Bischof geweiht worden. Eine seiner ersten Visitationen hatte ihn damals auf den Höherberg geführt.

Vom katholischen Leben, Wirken und den Wallfahrten im Eichsfeld zeigte sich Trelle beeindruckt: „Hier wird der Glaube in einer lebendigen Tradition gelebt und gepflegt.“ Und wörtlich auf die Straße getragen – durch Wallfahrten und Prozessionen.

„Ich mache Urlaub, hier in Gieboldehausen“, scherzte Bischof Norbert, der seinen Urlaub extra für das Laurentiusfest verkürzt hatte.Als früherer Wuppertaler Stadtdechant sei ihm dieser Heilige nahe. Der Schatz der Kirche seien für Laurentius die Ärmsten seiner Zeit gewesen.

Mit langem Glockengeläut haben die Kirchen in Wollbrandshausen, Bodensee und Gieboldehausen Norbert Trelle begrüßt. Am Sonntagmorgen empfingen Pfarrer Matthias Kaminski sowie Abordnungen der Kommune und Vereine den Hildesheimer Bischof zum Laurentiusfest in Gieboldehausen. © Müller

Zur Bildergalerie

Trelle verwies in die Gegenwart: „Wir machen als Kirche alles falsch, wenn wir nur auf unsere äußeren Schätze achten.“ Laurentius könne als „Lobbyist der Armen“ auch heute noch Vorbild sein, wenn es um den Umgang mit Menschen am Rand der Gesellschaft oder beispielsweise mit Flüchtlingen gehe.

Werner Grobecker vom Kirchenvorstand schien die Worte des Bischofs geahnt zu haben. 2000 Euro spendete die Gemeinde St. Laurentius für das bischöfliche Hilfsprojekt „Malteser Migranten Medizin“, in dem Menschen ohne Aufenthaltsstatus oder Krankenkasse eine Erstuntersuchung, Schwangerschafts- oder Notfallbehandlung erfahren.

Mehr als 400 Gläubige machten sich anschließend zu einer Patroziniumsprozession um die Gieboldehäuser Kirche auf, bei der Bischof Trelle die Monstranz trug. In der mehr als tausendjährigen Geschichte Gieboldehausens sei es das erste Mal gewesen, dass ein Bischof das Patronatsfest mit den Gläubigen gefeiert habe, so Grobecker: „Ein geschichtsträchtiger und denkwürdiger Tag.“

Eine Bitte hatte der Eichsfelder dennoch an seinen Hildesheimer Bischof: „Unser Pfarrer Kaminski ist jetzt 13 Jahre bei uns, und wir wünschen uns, dass Sie diese Zeit noch zehn Jahre verlängern.“ Es war nicht das einzige Mal, dass an diesem Sonntag Beifall in der Kirche aufbrandete.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Feuerwehrübung in Krebeck

©Richter