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Hilfe für Rumänien aus Osterode

Lieferungen seit 1990 Hilfe für Rumänien aus Osterode

Bilder aus rumänischen Kinderheimen und Behinderten-Einrichtungen schreckten in der Wendezeit Deutsche auf. Auf nacktem Beton standen Metallbetten, in denen verwahrloste Menschen lagen. In vielen Städten organisierten Bürger damals Spendenaktionen.

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Wird mit Hilfsgütern beladen: Lastwagen mit Ziel Rumänien.

Quelle: EF

Osterode. „Wir haben bis heute durchgehalten“, berichtet Heinrich Lau (75) von der Rumänienhilfe Osterode im Evangelischen Kirchenkreis Harzer Land. Unterstützung erhält die Initiative von Menschen aus einem Umkreis von 150 Kilometern.

„Wir schicken monatlich zehn Tonnen gut erhaltener Kleidung und andere Hilfsgüter nach Rumänien“, sagt der Superintendent in Ruhe. Der Partnerverein Diakonia in der Stadt Alba Julia (Karlsburg) verkauft die Sachen und deckt mit den Erlösen ein Viertel seiner Ausgaben.

Die Diakonia-Mitarbeiter, darunter eine Ärztin und 30 Heilpädagogen, betreuen 50 schwerstbehinderte Kinder, die in fünf Häusern wohnen, sowie 30 alte Menschen. Diakonia betreibt unter anderem auch noch eine Sozial- und eine Pflegestation.

„Bürgerschaftliches Engagement ist nach wie vor wichtig, da sich der Staat nur unzureichend um die Betroffenen kümmert“, meint Lau. Auch viele Rumänen fühlten sich überfordert. Immer wieder komme es vor, dass Eltern behinderte Kinder auf der Straße aussetzten.

„Zum Krankenhaus bestehen bis heute freundschaftliche Beziehungen“

Die Rumänienhilfe, die 1990 entstand, unterstützte anfangs ein Psychiatrisches Krankenhaus in der Nähe der Stadt Alba Julia. Mit Hilfe aus Osterode wurden die Sanitäreinrichtungen neu gebaut. Die Heimbewohner erhielten erstmals in ihrem Leben eigene Betten und Gegenstände des täglichen Bedarfs.

„Zum Krankenhaus bestehen bis heute freundschaftliche Beziehungen“, sagt Lau. Die Rumänienhilfe unterstützt nun aber die Diakonia. Die dortigen Verantwortlichen kommen zweimal im Jahr nach Deutschland. Deutsche machen Gegenbesuche.

Für die Rumänen werden in Osterode neben Kleidung auch Geschirr, Spielzeug und Schulranzen sowie pflegerische Hilfsmittel wie Gehhilfen, Rollatoren oder Rollstühle gesammelt. Das Sortieren und Verpacken übernehmen Mitarbeiter der gemeinnützigen GmbH „Starq für Menschen“, die in den deutschen Arbeitsmarkt eingegliedert werden sollen.

So haben im Laufe der Jahre Personen aus 18 verschiedenen Nationen in den Räumen der Rumänienhilfe am Rollberg 11 mit angepackt, berichtet Mehdi Rasekh (54), der selbst aus dem Iran stammt. Die fertigen Pakete werden in einer ehemaligen Kaserne zwischengelagert. Rumänische Speditionen übernehmen dann den Transport nach Alba Julia.

Die Osteroder Einrichtung Fairkauf holt große Mengen von Gebrauchtkleidung für die Rumänienhilfe auch aus dem Eichsfeld ab, Telefon 0 55 22/5 02 86 72.

Von Michael Caspar

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