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„Hinterher meckern, das bringt gar nichts“

Europawahl „Hinterher meckern, das bringt gar nichts“

Zur Europawahl waren am gestrigen Sonntag, 7. Juni,  die Bürger in Deutschland aufgerufen. Gefragte Leute waren die Wahlhelfer in den Wahllokalen. Eine Momentaufnahme.

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Kommen ihrer Wahlpflicht gerne nach: Ingrid und Theo Reimann aus Gieboldehausen gestern bei der Stimmenabgabe.

Quelle: OT

Die Uhr zeigt 10.30 Uhr. Seit zweieinhalb Stunden nehmen die Mitglieder des Wahlvorstandes im Regenbogenhaus in Gieboldehausen ihre Aufgabe war. Die Blicke auf die beiden Wahlkabinen und die Wahlurne gehen jedoch oft ins Leere. „Verhalten ist die Wahl angelaufen“, beschreibt Walter Langhorst, Vorsitzender des Wahlbezirks 005, einer von drei Wahlbezirken in der Fleckengemeinde, die erste Phase des Wahlsonntags.   

51 Wähler hat Claudia  Edelmann bis 10.40 Uhr in der Teilnehmerliste abgehakt. „Insgesamt gibt es 816 Wahlberechtigte“, erläutert die Pastorin der evangelischen Kirchengemeinde, die ebenso wie ihre Wahlhelfer-Kollegen Willi Kohlrautz, Erich Fahlbusch und Jessica Unterberg  erstmals in einen Wahlvorstand berufen wurde.

Zu den bewährten Kräften im Kreis des Wahlvorstandes  gehören die Stellvertretende Vorsitzende Katharina Haase sowie Martina Hobrecht, Christina Böhme und auch Erich Schubert, der zum vierten Mal im Einsatz ist. „Bei der Bundestagswahl bin ich wieder dabei. Ich habe mich schon angemeldet“, berichtet der Metzger und Koch in Ruhestand, der vor einigen Jahren von Bovenden nach Gieboldehausen gezogen ist. „Wahlhelfer sind gefragte Leute“, merkt Walter Langhorst an. 

Ab und zu öffnet sich die Tür zum Wahllokal. Was bewegt die Bürger zur Stimmabgabe? Ingrid und Theo Reimann beantworten gern diese Frage. Gegen 10.45 Uhr betritt das Ehepaar aus Gieboldehausen den Saal des evangelischen Pfarrheims. Sie geben die Wahlkarte ab, nehmen den Wahlzettel in Empfang und gehen in die Wahlkabinen. Wenig später werfen sie ihre Stimmzettel ein und zeigen demonstrativ Geschlossenheit: „Wir sind doch Europäer und sollten unsere Stimmen dort abgeben, wo die Gesetze gemacht werden“, sagt Ingrid Reimann. „Wenn ich nicht wählen gehe, bekommen diejenen die Stimmen, die ich keineswegs haben möchte“, erklärt Ehemann Theo. „Nicht wählen gehen, aber hinterher meckern, das bringt gar nichts“, ist sich das Paar einig. Ein junger Gieboldehäuser, der noch einige Jahre Zeit hat, bevor er das erste Mal wählen kann, beäugt die Prozedur bei der Europawahl im Wahllokal eher nebenbei. Clemens Edelmann, der zehnjährige Sohn der Pastorin, ist aus dem Pfarrheim herübergekommen und sitzt mit einem Buch in der Ecke. „Harry Potter“ hat er sich mitgebracht.

Von Heinz Hobrecht

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