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Hochzeit in Bilshausen ist Thema bei Erzählcafé

„Lebensgeschichte im Fokus“ Hochzeit in Bilshausen ist Thema bei Erzählcafé

„Sie sollen sich erinnern“, sagt Sigrid Jacobi, seit zehn Jahren Mitinitiatorin des Erzählcafés im St. Martinus Seniorenheim. Etwa 70 Interessierte, neben den Heimbewohnern auch einige Bilshäuser Bürger, sind zum geselligen Nachmittag zum Thema „Hochzeit und Erstkommunion – im Spiegel der Zeiten“ erschienen.

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Thema Hochzeit im Erzählcafé: Gerhard Blank legt Sigrid Jacobi ihren Hochzeitsschleier um.

Quelle: Richter

Bilshausen. Eine Diashow mit Hochzeitsfotos aus dem vergangenen Jahrhundert, Geschichten über Bräuche und Traditionen und interaktive Gespräche mit den Besuchern, stehen auf dem Programm. Als stimmige Eröffnung lässt sich Jacobi von Gerhard Blank, Geschäftsführer des St. Martinus einen Schleicher anstecken. Das Besondere daran: Es ist der Schleier, den sie bei ihrer eigenen Hochzeit trug. 

„Wer weiß warum die Braut ein schwarzes Hochzeitskleid anhat?“, fragt Jacobi. Auf einem Foto aus den 50er-Jahren, das überlebensgroß auf eine Leinwand projiziert ist, stehen Braut und Bräutigam in trauter Einigkeit aneinandergeschmiegt. Eigentlich ein vertrautes Motiv, wie Paare sich auch in der heutigen Zeit ablichten lassen würden. Nur ein Detail verwundert – das Kleid der Ehefrau ist schwarz. „Sie war schwanger“, ruft eine Frau aus dem Publikum.

Dass die Zuschauer über einen reichhaltigen Erfahrungsschatz verfügen, ob durch die eigene Heirat oder die von Familie, Freunden oder Bekannten, drängt sich bei den folgenden Gesprächen auf. „Damals musste man auch heiraten, wenn man schwanger war“, sagt eine Heimbewohnerin. „Das ist aber schon lange nicht mehr der Fall“, kommentiert eine andere.

Die Heirat in Militäruniform während der Kriegszeit, die Bedeutung des Brautstraußes, die Ausrichtung der Feier mithilfe von Lebensmittelkarten und viele weitere Facetten bringt Jacobi anhand ihrer Dia-Show ins Gespräch. Wiedereinmal ist es ihr gelungen ein Erzählcafé mitzugestalten, das unterhält, informiert und überrascht. „An sollen Tagen rücken einzelne Lebensgeschichten in den Fokus“, sagt sie.

Von Kay Weseloh

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