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Bildhaukunst und Grenzerfahrung

Holzbildhauersymposium Bildhaukunst und Grenzerfahrung

Bildhauern bei der Arbeit über die Schulter gucken und dabei neue Perspektiven auf das „Grüne Band“ der ehemalige deutsch-deutsche Grenze erspähen: Das ermöglicht das Holzbildhauersymposium im Heinz-Sielmann-Naturerlebniszentrum auf Gut Herbigshagen von Freitag, 28. Juli bis Sonntag, 6. August.

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Friedhelm Schelter beim Symposium 2016.

Quelle: Niklas Richter

Duderstadt. Zehn international aktive Bildhauer, unter anderem aus Polen und Belgien, kommen zum Gut Herbigshagen, wo sie ihr Handwerk live zur Schau stellen. Aus Materialien wie beständigem Eichenholz, Stein, Keramik und Metallen fertigen sie Skulpturen an. Organisatorin der Bildhauerwoche ist die Heinz Sielmann Stiftung. Die gemeinsame Grundidee: „Die Tiere im Schatten der Grenze sicht- und erlebbar machen, die auf ihren Wanderungen diese Grenze überqueren wollten oder sich im Lebensraum des Todesstreifens ansiedeln konnten.“ Form nimmt dieses Konzept an, wenn die internationalen Künstler die Tiere und Pflanzen des Jahres in Holz und Stein hauen. Span für Span, Schliff für Schliff entstehen so Gottesanbeterin, Waldkauz, Hafer und weitere Figuren.

Und Span für Span, Schliff für Schliff können neugierige Besucher dies miterleben. Die Künstler beziehen ihr Publikum gerne in ihre Arbeit mit ein. Auch ihre Skizzen sind einsehbar. Besonders mit Holzbildhauern kann man direkt auf dem Gut ins Gespräch kommen. Bei einem anschließenden Spaziergang zum Grenzlandmuseum Teistungen trifft man auf weitere Kunsthandwerker. Diese werkeln direkt entlang des Wanderweges: dort, wo die Skulpturen auch langfristig stehen sollen.

„Denklandschaft“ nennt Christoph Neumann das, der Leiter des Natur-Erlebniszentrums ist. Denn die Skulpturen sollen auch Kulturdenkmäler sein, die im ehemaligen Grenzstreifen vermitteln, dass Grenzen friedlich überwunden werden können. Dann können „jenseits und diesseits liegende Natur- und Kulturräume sich begegnen, Barrieren überwunden werden, Gemeinsamkeiten sich weiterentwickeln“, so Neumann. In diesem Sinne solle die „Denklandschaft“ nicht mehr Grenzen, sondern Freiheit und Dialog versinnbildlichen.

Die Heinz Sielmann Stiftung leistet mit dem Symposium einen Beitrag zum Erhalt des „Grünen Bandes“. Entlang der früheren Grenze werden ehemalige Grenzanlagen und Naturflächen gepflegt, um diese Zeugnisse der deutschen Teilung zu bewahren. Auch Ausstellungsstücke vergangener Holzbildhausymposien sind dort bereits zu betrachten.

Für den künstlerischen Leiter Heinz Günther ist ein solches Symposium wie Kunst als Hochleistungssport: „Es ist eine sehr intensive Woche und wenn das Wetter dann noch Probleme bereitet wird es auch anstrengend. Aber es ist eine gute Athmosphäre mit den Künstlern zusammenzuarbeiten: da entsteht immer ein anregender Austausch.“

Das Symposium steht im Kontext einer größeren Initiative von Bildhauern auf internationaler Ebene. Dabei werden unterschiedlichste Themen sowohl figürlich als auch abstrakt dargestellt und in die Alltagswelt der Menschen gebracht. So zieren sie Städte, Dörfer, Landschaften und können so direkt und zufällig erfahrbar werden - zum wiederholten Mal nun auch auf Gut Herbigshagen.

Jeweils von 10 bis 18 Uhr können Besucher den Bildhauern zuschauen und sich mit ihnen unterhalten. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich. Weitere Informationen im Internet unter sielmann-stiftung.de.

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