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Holzrücketag in Ebergötzen erinnert an Einsatz schwerer Pferde

Mit Präzision 300 Kilo platzieren Holzrücketag in Ebergötzen erinnert an Einsatz schwerer Pferde

Einst gehörten die Kaltblüter zum Alltag in Wald und Feld. Mit wieviel Kraft und Präzisionsarbeit die schweren Pferde Holzstämme ziehen können, hat Norbert Rudolph als  Veranstalter des zweiten Holzrücketags gezeigt.

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Heidi wird von Peter Niebauer, dem deutschen Meister aus Bayern, durch ein künstliches Dickicht geführt.

Quelle: Pintschak

Ebergötzen. Die blonde Heidi marschierte schnurstracks in den Parcours, den Rudolph mit ein paar Helfern schon am Vortag aufgebaut hatte. Heidi kennt den Job, schließlich hat das Rheinisch-Deutsche Kaltblut mit ihrem Besitzer Peter Niebauer schon die Deutsche Meisterschaft in der Einspännerklasse gewonnen. In Ebergötzen bewies sie, dass schwere Pferde keinesfalls schwerfällig sind. Geschickt trat sie über die dicken Stämme, reagierte augenblicklich, wenn Niebauer ihr Kommandos zurief und leistete an der „Wippe“ millimetergenaue Arbeit.

Dort sollte der 300-Kilo-Stamm, den Heidi zog, im 90-Grad-Winkel auf einem liegenden Stamm so platziert werden, dass der obere den Boden nicht mehr berührte. Heidi nahm den tosenden Applaus und die Jubelrufe des Publikums gelassen hin, als ihr diese Aufgabe scheinbar nicht zum ersten Mal gelang, und meisterte auch das letzte Hindernis – rückwärts zwischen eng stehenden Pfählen hindurch – mit Leichtigkeit.

„Da sind auf jeder Seite höchstens 15 Zentimeter Platz zwischen Pferdebauch und Pfahl“, erklärte Rudolph, der mit seinen Kaltblütern selbst schon Titel gewonnen hatte wie den Thüringer und den Südharzer Meister.

Die Kunst des Holzrückens beherrschten nur noch wenige Menschen und Pferde, daher seien auch die Wettbewerbe rar, sagte Rudolph. Die 16 Teilnehmer in Ebergötzen kamen mit ihren vierbeinigen Partnern bis aus Bayern, vier weitere hatten wegen der Hitze abgesagt.

Dass heute die Waldarbeit hauptsächlich mit schweren Maschinen erledigt werde, bedauere Rudolph. „Gerade das Schwachholz rücken Pferde doppelt so schnell wie Maschinen, und dabei geht viel weniger im Wald kaputt“, nannte er die Vorteile der Kaltblüter. „Die Endnutzung vom Bestand ergibt mit Pferden das dreifache, aber so langfristig rechnet heute keiner mehr“, erklärte er.

Dass er dennoch die Arbeit auf sich nehme, seine Pferde selbst auszubilden und sein Holz für den Eigenbedarf mit den Kaltblütern aus dem Wald zu holen, sei sein Hobby. „Man muss schon ein bisschen verrückt sein“, sagte er lachend und spannte seinen „Fuchs“ an, um selbst den Parcours zu bewältigen.

Von Claudia Nachtwey

©Pintschak

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