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Hundegrab im Garten ist legitim

Gesetz schreibt keine Größenbeschränkung vor Hundegrab im Garten ist legitim

Zu einer Beschwerde beim Ordnungsamt hat ein Labrador geführt, der in einem Duderstädter Wohnbaugebiet begraben wurde. Das ist aber rechtens. Die letzte Ruhestätte für Haustiere sorgt immer wieder für Irritationen und Nachfragen bei den Behörden.

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Die letzte Ruhestätte für Haustiere sorgt immer wieder für Irritationen und Nachfragen bei den Behörden.

Quelle: Christina Hinzmann

Duderstadt. Auf städtischem Gebiet sei einfach ein Hund beigesetzt worden - in aller Öffentlichkeit mit Grabstein, schreibt die Beschwerdeführerin bei Facebook: „So etwas geht überhaupt nicht, zumal in dem Gebiet wilde Tiere herumlaufen.“ Es geht aber doch. Der Labrador sei nicht auf öffentlichem Grund und Boden, sondern auf einem Privatgrundstück begraben worden, sagt Ordnungsamtsleiterin Sabine Holste-Hoffmann: „Laut Tierkörperbeseitigungsgesetz ist das legitim.“

Auch Größenvorgaben für Hunde sehe das Gesetz nicht vor: „Einzelne Körper von Hunden, Katzen, Ferkeln, Kaninchen, unter vier Wochen alte Schaf- und Ziegenlämmer, Geflügel, Vögel und Kleintiere dürfen auf eigenem Gelände oder einem zugewiesenen Platz begraben werden.“ Das gelte allerdings nicht in Wasserschutzgebieten oder unmittelbarer Nähe zu öffentlichen Wegen und Plätzen. Zudem schreibt das Gesetz vor, dass die Kadaver von mindestens 50 Zentimeter Erdschicht bedeckt sein müssen. Als Abstandsempfehlung zur Grundstücksgrenze nennt Landkreissprecher Ulrich Lottmann nach Rücksprache mit dem Veterinäramt drei Meter.

Auch das Veterinäramt, das sich auf die Tierische Nebenprodukte-Beseitigungsverordnung bezieht, bestätigt, dass Heimtiere auf dem Gelände des Tierhalters begraben werden dürfen. Über die Größe des Tierkörpers werde in der Verordnung nichts gesagt, teilt Lottmann mit: „In der Regel sollte er die normale Größe eines Hundes, beispielsweise eines Cocker-Spaniels, nicht überschreiten.“ Die maximale Größe eines Tierkörpers könne allenfalls in örtlichen Regelungen der Gemeinden festgelegt werden.

Die gibt es aber weder in der Stadt Duderstadt noch in der Samtgemeinde Gieboldehausen. Das Thema erfordere Fingerspitzengefühlt, sagt Samtgemeinde-Ordnungsamtsleiter Ansgar Papke. Auch er hält eine „normale Hundegröße“ für unproblematisch, würde aber davon abraten, eine Dogge oder einen Irischen Wolfshund im Garten zu beerdigen. Auch Tierärzte raten bei größeren Hunden davon ab. Im Wald dürfen tote Katzen und Hunde ebensowenig vergraben wie im Haus- oder Biomüll entsorgt werden. Keine rechtlichen Hindernisse gibt es für das andere Extrem: Wer die hohen Kosten für das Ausstopfen nicht scheut, kann seinen vierbeinigen Liebling auch zum Präparator bringen.

Letzte Ruhestätten für Haustiere

Alternativen für Tierfreunde: „Hunde, wollt ihr ewig leben?“, soll schon Friedrich der Große seinen Grenadieren zugerufen haben. Auch das Zitat „Hunde haben alle guten Eigenschaften des Menschen, ohne gleichzeitig ihre Fehler zu besitzen“ wird dem Alten Fritz zugeschrieben, der sich neben seinen Hunden begraben lassen wollte. Derartige Hundenarren sind heutzutage keine Ausnahme mehr. 2016 hielten die Deutschen nach Schätzungen des Zentralverbandes Zoologischer Fachbetriebe rund acht Millionen Hunde und 13 Millionen Katzen. Viele von ihnen werden als Familienmitglied betrachtet, sind einsamen und alten Menschen eine Stütze.

Die Anthropomorphisierung von Haustieren macht auch vor dem Tod nicht halt, für Vierbeiner hat sich eine eigene Sepulkralkultur entwickelt.  Kaum ein Katzen- oder  Hundehalter wolle noch, dass sein Haustier zusammen mit Schlachteabfällen und Nutztieren in einer Tierkörperbeseitigungsanstalt verbrannt wird, sagt die Krebecker Tierärztin Andrea Rudolph: „Seit es eigene Krematorien für Haustiere gibt, entscheiden sich die allermeisten für diese Möglichkeit.“

 
Teure Einzelkremierungen mit Urnenlieferung nach Hause seien ebenso möglich wie Gemeinschaftseinäscherungen mit Besuchsmöglichkeiten im Rosengarten-Streubeet oder Basiskremierungen, bei denen die Asche anonym auf einer Naturfläche verteilt wird. Zur „Tierbestattung im Rosengarten“ mit Stammhaus und Kleintierkrematorium in Badbergen bei Oldenburg gehören inzwischen bundesweit 28 Filialen, darunter Göttingen.  Häufig in Anspruch genommen würden auch Tierfriedhöfe wie der Waldfriedhof in Barbis oder das Friedhofsgelände am Göttinger Tierheim, sagt Rudolph. Nur in Einzelfällen würden tote Tiere mit nach Hause genommen.

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©Richter