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Im 21. Jahr der Partnerschaft: Ost trifft West

Schüler aus Sachsen und Hannover Im 21. Jahr der Partnerschaft: Ost trifft West

Eine Woche haben sie miteinander verbracht, nun ist es Zeit für eine große Schau dessen, was sie miteinander auf die Beine gestellt haben. Die 66 Schüler aus Kitschzer bei Leipzig und aus Hannover, die sich hier auf ihrer Abschlussfahrt befinden, kannten sich zuvor nicht – und haben es doch geschafft, miteinander eineinhalb Stunden Programm zum Thema „Respekt XXL“ im Duderstädter Jugendgästehaus zu gestalten, an dem auch drei Klassen der St. Ursula-Schule teilnahmen.

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Freude: 66 Schüler aus Hannover und Sachsen präsentieren die Ergebnisse ihres einwöchigen Workshops im Jugendgästehaus.

Quelle: OT

Das Besondere: Die Partnerschaft zwischen der Mittelschule aus Sachsen und der Johannes-Kepler-Realschule aus der Landeshauptstadt besteht bereits im 21. Jahr. Und immer fanden die Treffen auf halber Strecke im hiesigen Jugendgästehaus statt. Nicht viele dieser in der Nachwendezeit geschlossenen Bande haben dem Zahn der Zeit so lange widerstanden.

Die Themen der Workshops haben sich im Laufe der Jahre geändert, berichtet der hannoversche Lehrer Siegfried Fredershausen, während sich seine Schüler noch auf ihren großen Auftritt vorbereiten. Angefangen habe man mit kommunalpolitischen Themen, damals, als die Demokratie westlicher Fasson noch neu gewesen sei für die Kitschzer Schüler. „Solche kopflastigen Themen entpuppten sich bald als schwierig.“ Stetig entwickelte man die Inhalte: Je weiter die Wendezeit weg rückte, desto mehr habe man sich der Erarbeitung der deutsch-deutschen Vergangenheit zugewandt. Dann folgte die ökologische Phase ab dem Jahr 2000. Inzwischen ist man im dritten Jahr beim Thema „Respekt“ – die Themensetzung reflektiert zeitgenössische Diskurse und gesellschaftliche Entwicklungen.

Die Notwendigkeit zum „Respekt“ ergab sich nicht zuletzt daraus, erklärt Fredershausen, dass es durchaus Animositäten zwischen den Gruppen gab: Auf der einen Seite die sächselnden Schüler aus einem 5500-Einwohner-Städtchen, auf der anderen das Gemisch aus zehn Nationen von der Johannes-Kepler-Realschule. Da habe man aus dieser Situation eine Tugend gemacht und in sechs Gruppen Respekt, sowie den Mangel daran, thematisiert.

„Man kann lange Aufsätze über Respekt halten, doch wir wollten uns tänzerisch damit auseinandersetzen“, kündigt die erste Gruppe an. Was sie und die anderen Workshop-Teilnehmer im Bereich Theater, dem brasilianischen Kampftanz Capoeira, der „Songgroup“ (Fredershausen: „Chor darf man nicht mehr sagen, dann kommt keiner“), als bildende Künstler und der Multimediatruppe im großen Saal des Jugendgästehauses daraus machten, kann sich sehen lassen. Es geht um Ausgrenzung, Anderssein und die Furcht vor dem Anderen. „Wir wollen nicht nur Klischees bedienen“, sagen die Schauspieler-Schüler der Dramagruppe, „sondern auch Botschaften mitgeben.“ So scheint manch einer seine Hemmschwellen gegenüber dem Fremden und Anderen zumindest etwas abgebaut zu haben. Der Chor formuliert in einem Lied von Bettina Wegener so: „Leute ohne Rückgrat haben wir schon zuviel.“

Von Erik Westermann

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