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„In Armenien wird immer für viele Leute gekocht“

Café Grenzenlos „In Armenien wird immer für viele Leute gekocht“

Einen sinnlichen Eindruck von fremden Ländern erfährt man durch landestypische Gerichte. So stellen die Frauen im „Café Grenzenlos“ in Duderstadt ihre Heimat beim gemeinsamen Kochen vor. Die kulinarische Reise nach Armenien fand großen Anklang.

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Freuen sich über die köstlichen Gerichte: Teilnehmerinnen am Café Grenzenlos in der Familienbildungsstätte.

Quelle: Iris Blank

In der Lehrküche in der Familienbildungsstätte St. Georg herrscht reges Treiben. Aus Töpfen, Pfannen und Backöfen lassen köstliche Düfte den Besuchern das Wasser im Munde zusammenlaufen. Gut 30 Frauen schnattern fröhlich durcheinander, in mindestens zehn verschiedenen Sprachen – auch auf Deutsch. 

Iveta Goldmann und Ludmilla Savaryan haben schon am Vortag eine logistische Meisterleistung vollbracht beim Einkauf für ein Drei-Gänge-Menü für 30 Personen. Die beiden Armenierinnen wollen den anderen Frauen ihre Heimatküche vorstellen.

Ningsik Weiser aus Indonesien und Marthe Mouto-Nganzala aus dem Kongo essen gewöhnlich vollkommen andere Gerichte. Nun sehen sie ihren Freundinnen Iveta und Ludmilla interessiert bei der Zubereitung der Speisen zu. Offensichtlich liebt man in  Armenien Gefülltes: In die Kohl- und Weinblätter kommt eine Mischung aus Reis, Fleisch und Kräutern, die Nudeltaschen werden mit würzigem Hackfleisch gefüllt und dreimal hintereinander mit verschiedenen Zutaten überbacken. Als Nachspeise wird Gata gereicht – Blätterteigrollen mit einer süßen Vanillefüllung. 

Es schmeckt allen

Die Köchinnen beherrschen ihr Handwerk und bleiben auch bei den großen Mengen gelassen. „In Armenien wird immer für viele Leute gekocht“, erklärt Iveta. Ein zufriedenes Lächeln huscht über Ludmillas Gesicht, wenn ein weiteres Gata stibitzt wird. Den Frauen schmeckt es.

Evi Stellhorn leitet das vor vier Jahren ins Leben gerufene Kooperationsprojekt „Café Grenzenlos“, bei dem neben der Familienbildungsstätte auch die Caritas, die Gleichstellungsbeauftragte und das Kinder- und Jugendbüro der Stadt Duderstadt beteiligt sind. 

„Die Frauen kommen regelmäßig zum monatlich stattfindenden Frühstück. Viele sagen, das hier sei wie ein Freundeskreis, den sie einst in ihrer Heimat hatten“, beschreibt Stellhorn den stetigen Zuwachs und den Erfolg des Projektes. Dabei betont sie: „Wir wollen nicht die verschiedenen Kulturen vereinheitlichen, sondern das Interesse an anderen Kulturen wecken und so das Verständnis fördern. Das geht neben Kreativangeboten oder Tanzveranstaltungen sehr gut durch das Kochen.“ Auch die nächste kulinarische Reise ist schon geplant. Da geht es weiter gen Osten: nach Persien.

Interessierte Frauen können jeden dritten Dienstag im Monat in der Familienbildungsstätte St. Georg am gemeinsamen Frühstück teilnehmen. Beginn ist um 10 Uhr.

Von Claudia Nachtwey

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