Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 8 ° Regenschauer

Navigation:
Initiative drängt auf Umsetzung von Beschlüssen zur Fußgängerzone

Protest mit Plastik-Pollern Initiative drängt auf Umsetzung von Beschlüssen zur Fußgängerzone

Mitglieder der Bürgerinitiative (BI) „Lebendige Stadt Duderstadt“, die sich für die Fußgängerzone stark macht, haben am Sonnabend im Rahmen eines „Bürgerfrühstücks“ vor dem Rathaus Poller aus Kunststoffrohren enthüllt. Mit der symbolischen Protestaktion wollte die BI ihren Forderungen nach einer strikteren Begrenzung des Verkehrs in der Innenstadt Nachdruck verleihen.

Voriger Artikel
Millioneninvestition in Duderstadts Innenstadt
Nächster Artikel
Eichsfelder Berufsfindungsbörse: Ausbildungs- und Studiengänge

Symbolischer Protest: Katja Neumann und Wilfried Dierkes enthüllen Poller-Nachbauten in der Duderstädter Marktstraße.

Quelle: Schneemann

Duderstadt. Weil das Ordnungsamt darauf hingewiesen hatte, dass  die Versammlung im Fall einer Blockade der Marktstraße aufgelöst werde, zeigten sich die Fuzo-Aktivisten findig: Der Rolltisch, den Christoph Jünemann eigens für das Frühstück gebaut hatte,  fand das Wohlwollen der Polizei.

„Wir bleiben beweglich und wollen nichts blockieren“, kommentierte Jünemann sein „Essen auf Rädern“. Viel Zustimmung bekamen die rund 60 Aktivisten von Passanten. „Die Demo unterstütze ich“, meinte Heidrun Eckermann aus Northeim, die sich „mal wieder an den schönen Fachwerkfassaden  erfreuen“ wollte: „Die Innenstadt ist ohne Autos viel schöner, die kurzen Wege kann man in Kauf nehmen.“

„Wir wollen den Durchgangsverkehr bremsen und der Polizei Arbeit abnehmen“, sagte BI-Sprecher Wilfried Dierkes bei Enthüllung der Plastik-Poller – während auswärtige Autofahrer den Rückwärtsgang einlegten. Dierkes beklagt die „zu großzügigen Ausnahmeregelungen“ und das lange Warten auf eine neue Satzung.

„Bereits vor Jahren erfolgten Ratsbeschlusses“

Katja Neumann äußert ihr Unverständnis darüber, dass die Diskussion über die Verkehrsführung mit dem Bahnhofsareal verknüpft werde.  Wie sie drängen auch Hans-Georg Schwedhelm und Lothar Dinges auf die Umsetzung eines „bereits vor Jahren erfolgten Ratsbeschlusses“.

Die Poller seien in allen Gremien Konsens gewesen und wären auch haushaltstechnisch noch in diesem Jahr möglich, meint Schwedhelm. Dinges betont, dass elektronisch gesteuerte Poller kein Problem für Rettungsdienste und andere Berechtigte seien und auch zeitliche Regelungen ermöglichen würden. „Für Poller braucht man kein Personal“, sagt Neumann mit Blick auf die ebenfalls geforderten verstärkten Kontrollen des  Innenstadt-Verkehrs durch die Polizei.

Sympathie zeigten viele Anwesende für eine nicht angemeldete Nacht-und-Nebel-Aktion: die an zahlreichen Stellen auf das Innenstadt-Pflaster gesprühten Fußgänger-Verkehrszeichen, die eine Strafanzeige der Stadt nach sich gezogen haben. Einige dachten erst sogar, dass es sich dabei um offizielle Markierungen handeln würde.

Anzeige absurd

Auch bei Facebook machen viele Kommentatoren keinen Hehl aus ihrer Zustimmung zu den illegalen Sprayereien. Viola von Cramon (Grüne), die in Duderstadt für das Bürgermeisteramt kandidiert hat, bezeichnet dort die Anzeige der Stadt als absurd: „Es wäre eigentlich städtische Aufgabe gewesen, die fehlenden Markierungen anzubringen.“

Es gibt aber auch andere Stimmen zum Reizthema Fußgängerzone, das nach wie vor polarisiert. „Ich bin froh, dass der Schlagbaum weg ist“, schimpfte ein älterer Passant im Vorbeigehen, als die Poller-Nachbauten in der Marktstraße und am Gropenmarkt enthüllt wurden.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Feuerwehrübung in Krebeck

©Richter