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Integration und neue Heimat

Jahresthema der Caritas in Duderstadt vorgestellt Integration und neue Heimat

„Zusammen sind wir Heimat“: Die Caritas in Südniedersachsen hat am Dienstag in Duderstadt das diesjährige Thema des katholischen Wohlfahrtverbandes vorgestellt. Dabei solle es um Integration und Migration, Teilhabe und Verständigung gehen. Bundesweit setzt die Caritas jährlich einen Schwerpunkt.

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Caritas-Vertreter Lioba Stadermann, Thomas Gerdau, Stephan Siebert und Martina Hesse (von links)

Quelle: Wenzel

Duderstadt. „Wir schaffen das“, sagt Thomas Gerdau, „war die Ansage – aber wie sollen wir das schaffen, wenn man nicht darüber spricht?“ Die Erstaufnahmen der Geflüchteten, die Verbände, Ehrenamtliche und Behörden Ende 2015 noch stark belasteten, sei nicht mehr aktuell. Aber, so der Flüchtlingssozialsarbeiter, gerade Erwachsene bräuchten oft längere Zeit, bis sie sich eingewöhnten: „Da kann man nicht plötzlich aufhören.“

Gerade jetzt sei die Integrationsarbeit wichtig, sagte Stephan Siebert, Abteilungsleiter der Caritas. „Das ist das erste Mal“, ergänzte Martina Hesse, „dass wir Flüchtlinge von Anfang an konsequent begleiten können.“ Und dazu, so die Sozialarbeiterin, zählten nicht nur diejenigen Geflüchteten, die medial präsent seien, wie Iraker, Syrer oder Libanesen. Sondern auch EU-Ausländer und Spätaussiedler.

Warnung vor Erstarken des Rechtspopulismus

Die Aktion „Zusammen sind wir Heimat“ setze sich auch bewusst mit dem Begriff „Heimat“ auseinander. „Heimat wird nicht geschützt oder bewahrt, indem man Grenzen zieht“, schreibt dazu Peter Neher, Präsident der Caritas. Die Flüchtlingsthematik habe zu einer starken gesellschaftlichen Polarisierung geführt, so Neher und warnt vor einem Erstarken des Rechtpopulismus in Deutschland: „Heimat entsteht, lebt und kann wachsen, indem wir unsere Sprache, unsere Kultur, unser Land teilen“, so der Präsident.

Auf Augenhöhe

Um dieses Zusammenleben mit einem gelingenden Miteinander zu gestalten, arbeitet auch die Caritas in Duderstadt mit verschiedenen Programmen. „Soziale Vernetzung“, so Siebert, leite oftmals unbürokratisch an die richtigen Stellen weiter. „Wir sind nah an den Menschen“, ergänzte Gerdau.

Mit einer aufsuchenden Sozialarbeit sei die Flüchtlingshilfe häufig bei den geflüchteten Familien zu Hause. „Dabei ist es wichtig, dass wir nicht den Blick von oben haben“, so Hesse, „sondern als Berater mit ihnen auf einer Stufe stehen.“

Projekte der Caritas in Duderstadt

Oftmals müssten die Menschen, die noch neu hier sind, über einen längeren Zeitraum „ankommen“, sich in einer neuen Gesellschaft mit anderen Umgangsformen zurechtfinden. „Bisher ging unsere Arbeit nur, bis sie einen festen Aufenthaltstitel haben“, sagte Gerdau. Doch inzwischen gehe diese weit darüber hinaus: Im Integrationsprojekt Café Grenzenlos treffen sich seit 2005 Frauen und Mädchen – heute in Kooperation mit der Duderstädter Gleichstellungsbeauftragten.

Im „Fairkauf-Laden“ lassen sich gut erhalten Gebrauchtwaren zum alltäglichen Leben kostengünstig erwerben. Und der Internationale Garten, der seit 1997 mit Unterstützung der Stadt Duderstadt laufe, bringe Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammen. Seit 20 Jahren ein friedliches Miteinander der Kulturen und ein kleines Stück Heimat auch für neu Angekommene. gm

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