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Interkulturelles Herbstfest in Duderstadt

Markt der Möglichkeiten und Fest der Kulturen Interkulturelles Herbstfest in Duderstadt

Musik überwindet Grenzen, sagt man. Gelebte Gemeinsamkeit – jenseits abgegriffener Floskeln – haben Besucher der Ländlichen Erwachsenenbildung am Sonnabend erlebt. Dort wurde ein interkulturelles Herbstfest gefeiert. Die Gäste kamen aus Duderstadt und vielen verschiedenen Ländern der Welt.

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Spontane Tanzeinlage: Besucher und Aussteller des Herbstfestes beim Auftritt der Gale-Band.

Quelle: Eckermann

Duderstadt. Die Gale-Band, das musikalische Flüchtlingsprojekt der Zukunftswerkstatt Herzberg, spielte auf – und es dauerte nicht lange, bis zwischen Kuchenbuffet, Informationsständen und Flohmarkt der Tanz eröffnet wurde.

Ob im Mittelaltergewand oder mit Kopftuch, in Jeans oder im feinen Zwirn – auf der Tanzfläche und im Kreis der Klatschenden außen herum waren Menschen aller Altersgruppen dabei.

Ernster ging es parallel dazu eine Etage höher zu. Dort referierte Thomas Gerdau von der Aufsuchenden Sozialarbeit der Caritas über die aktuelle politische Situation in den Herkunftsländern auch einiger der Gäste des Festes. Flüchtlinge konnten mit Hilfe eines Fahrservices teilnehmen, den Martin Grosche mit dem Projekt Nächstenliebe organisiert hatte.

Im Anschluss an Gerdaus Vortrag stellte die Mosterei Malus ihr Projekt „Refujuice“ vor, bei dem von Flüchtlingen gepflücktes Obst zu Saft verarbeitet wird, aus dessen Verkauf wiederum ein Teil des Erlöses in die Flüchtlingshilfe fließt. Schließlich berichtete Tassew Shimeles über die 1996 begonnene und immer noch laufende Arbeit in den Internationalen Gärten Duderstadt. Dabei treffen Völkerverständigung und das Schulen von ökologischem Bewusstsein aufeinander.

Beim gemeinsamen Gärtnern und Imkern lernen sich Menschen verschiedener Herkunftsländer und unterschiedlicher Muttersprachen kennen. Das Projekt, das einen Grundstein der interkulturellen Arbeit in Duderstadt legte und damit auch als Ausgangspunkt des Festes benannt wurde, lobten die Festredner Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU), Caritas-Vorstandsmitglied Achim Schulze und LEB-Bereichsleiterin Cornelia Lüer-Hempfing gleichermaßen. Nolte machte zudem das Angebot, den nationalen Geschäftsstellensitz in Duderstadt anzusiedeln. „Das wäre ein Zeichen auch für die Zukunft“, sagte er.

Initiiert hatten das Fest die Ländliche Erwachsenenbildung (LEB), die Caritas für die Stadt und den Landkreis Göttingen und zahlreiche in der Flüchtlingshilfe Engagierte, berichtete Lüer-Hempfing, die ihren Dank an den Landkreis Göttingen und das Projekt „Partnerschaft für Demokratie“ richtete. Außerdem sei es nur mit Unterstützung aus dem Bundesprogramm „Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“ möglich gewesen, das Fest auf die Beine zu stellen.

Zu den Ausstellern gehörten neben der LEB das Projekt Nächstenliebe, die Initiative „Märchen der Völker“, der Schachclub Duderstadt, die Kreisvolkshochschule, der Landkreis Göttingen, die Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung (GAB), die Berufsbildenden Schulen Duderstadt, der Malteser Hilfsdienst, das Café Grenzenlos und die Integrationsbeauftragte der Stadt Duderstadt.

Die Caritas präsentierte das Angebot des Fairkauf-Ladens, außerdem war ein Flohmarktstand der Emmaus-Bücherkiste aufgebaut. Beim adventlichen Basteln konnten zudem Kinder und Erwachsene kreativ werden. „Die Vielfalt des Festes zeigt: Wir sind bei der Integrationsarbeit auf einem guten Weg“, sagte Lüer-Hempfing.

Sämtliche Aktivitäten wurden durch Dolmetscher unterstützt – und wenn es doch einmal Schwierigkeiten bei der Verständigung gab, kamen Hände und Füße zum Einsatz. Musik und Menschlichkeit überwanden Grenzen.

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©Richter