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Deutschland mit allen Sinnen erleben

Internationale Stipendiaten Deutschland mit allen Sinnen erleben

70 Schüler aus 14 Ländern sind ins Kolping-Ferienparadies Pferdeberg gekommen, um einen dreiwöchigen Deutschkurs zu absolvieren. Die Stipendiaten des Goethe-Instituts lernen auch regionale Besonderheiten kennen und ziehen Vergleiche zu ihrer Heimat.

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Erleben Deutschland: Stipendiaten im Kolping-Ferienparadies

Quelle: art

Gerblingerode. „Die Teilnehmer haben hier die Möglichkeit, Deutschland mit allen Sinnen zu erleben“, sagt Lyra Skusa, die als Kurskoordinatorin beim Goethe-Institut arbeitet. Der Pasch-Kurs bringe Menschen aus vielen Nationen zusammen, die das Ziel eine, die deutsche Sprache und zugleich Teile der deutschen Kultur kennenlernen zu wollen. Pasch stehe für das Projekt „Schulen: Partner der Zukunft“ des Goethe-Instituts.

Die diesjährige Zahl der Teilnehmer, von denen viele hierzulande studieren wollten, sei so hoch wie noch nie bei einem Pasch-Kurs in Duderstadt. Viele seien erstaunt über die Natur und die Tatsache, das sie bei entsprechendem Wetter die Sterne sehen können.

Trotz des erweiterten Unterrichtsanteils bleibe genügend Zeit, die Region zu erkunden. Ziele waren außer der Heinz Sielmann Stiftung und dem Grenzlandmuseum auch die Autostadt und das Phaeno-Museum in Wolfsburg und Erfurt, am Mittwoch, 26. Juli, wollen die Teilnehmer noch die Universität und das Bergmuseum in Clausthal-Zellerfeld besuchen.

„Die Artikel und die Deklinationen sind schwierig“, beschreibt Ariadna Plaza Romo aus Spanien, vor welche Herausforderungen sie die deutsche Sprache stelle. Mit deren Erlernen habe sie vor vier Jahren begonnen. Erfreulich sei, dass deutsche Wörter genauso geschrieben würden, wie sie ausgesprochen werden, erläutert die 16-Jährige, die Sprachlehrerin werden möchte. In Duderstadt seien die Häuser viel schöner als in ihrer Heimat, benennt die Stipendiatin einen Unterschied, der ihr aufgefallen ist, und verweist noch auf eine andere Differenz: „In Spanien essen wir viel häufiger etwas Wärmeres“.

„Bei uns gibt es nicht so viel Fleisch und Wurst“, benannte auch Yao Kai Yeh aus Taiwan einen Unterschied in der Esskultur. Der 16-Jährige möchte gerne Internationale Beziehungen studieren.

Bereits seit sechs Jahren und damit der fünften Klasse lernt Maryna Kocherzhat Deutsch an einer Pasch-Schule in der Ukraine. Artikel und Grammatik seien sehr unterschiedlich, berichtet die 16-Jährige, die bereits an Workshops in deutscher Sprache über Umweltschutz und Journalismus und an einer Akademieveranstaltung teilgenommen habe, bei der naturwissenschaftliche Fächer im Mittelpunkt standen. Auffallend sei, dass die Menschen in Deutschland toleranter als in der Ukraine seien. Dort gebe es noch „viele sowjetische Stereotypen über Menschen und die Welt“. Hierzulande sei es als junger Mensch viel einfacher als in ihrer Heimat, mit älteren Bürgern ins Gespräch zu kommen.

Nikolina Petricevic aus Montenegro lernt Deutsch, weil es fast niemand in ihrer Heimat spricht und sie sich daher gute Berufschancen ausrechnet. Die 17-Jährige möchte Lehrerin werden, da sie gerne mit Kindern arbeite. 2015 habe sie die Europaklasse eines Gymnasiums in Xanten besucht, in Deutschland sei sie bislang drei Mal gewesen und habe unter anderem bei der Flüchlingsarbeit geholfen.

„Ich möchte Mechaniker mit Schwerpunkt Fahrzeugtechnik werden“, erzählte Ethan Batara Njotoprawiro aus Indonesien, der sich für Autos interessiert. Seit drei Jahren lerne der 17-Jährige Deutsch an einer Pasch-Schule in seinem Heimatland, studieren will er in Aachen.

Empfang im Rathaus

„Ich freue mich, dass wir in unserer Stadt so viele internationale Gäste einmal rings um den Globus zu Gast haben“, sagte Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) während eines Empfangs im Bürgersaal des Rathauses. Er freue sich, dass es seitens des Goethe-Instituts eine intensive Zusammenarbeit mit der Stadt Duderstadt gebe. Er erinnerte an die Historie der Stadt und die Zeit der deutsch-deutschen Teilung und verwies darauf, dass Menschen aus 80 Nationen in Duderstadt leben. An die Stipendiaten appellierte er, immer für Demokratie, Freiheit und Menschenrechte einzutreten. Elvire Zhang überreichte Nolte ein Bild, das alle 70 Teilnehmer mitgestaltet haben. Anschließend beantwortete der Bürgermeister Fragen der Gäste, die sich unter anderem für den Tourismus, die Lebensbedingungen und Mieten interessieren.

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