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Jäger besorgt über Wildschweinschwemme

Bestand nimmt zu Jäger besorgt über Wildschweinschwemme

Alle reden von der Schweinegrippe. Die Jäger nicht. Sie haben andere Sorgen: Unaufhaltsam steigende Schwarzwildbestände, verbunden mit Wildschäden und Schweinepest-Risiko, das mit zunehmender Population wächst.

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Immer mehr Wildschwein: Jäger zeigen sich besorgt.

Quelle: EF

Die Jagdstrecke hat sich in Niedersachsen in den vergangenen 20 Jahren verdoppelt. Im Jagdjahr 2008/2009 werde eine neue Rekordstrecke von mehr als 50000 Wildschweinen erwartet, berichtete der Präsident der Landesjägerschaft (LJN), Helmut Damman-Tamke, beim Landesjägertag in Duderstadt. Im Landkreis Göttingen wurde im vergangenen Jahr die Rekordzahl von 3088 Wildschweinen geschossen, davon immerhin 340 Stück im waldarmen Eichsfeld – nach 244 im Jagdjahr davor.

„Wildschweine waren früher seltenes Wechselwild im Eichsfeld“, sagt der Vorsitzende der Jägerschaft Duderstadt, Hans-Georg Kracht: „Inzwischen sind sie zum weit verbreiteten Standwild geworden.“ Dabei habe sicher auch die Grenzöffnung eine Rolle gespielt, verweist Kracht auf Zuwachs aus dem Thüringer Wald. Sorgen bereitet ihm der zunehmende Maisanbau für Biogasanlagen, der die Vermehrung des Schwarzwilds begünstige. Landwirtschaftsministerium und LJN rufen gemeinsam dazu auf, unter Schonung der Leitbachen auch Frischlinge intensiv zu bejagen. Frischlinge seien bei jeder sich bietenden Gelegenheit zu schießen –  und nicht erst, wenn sie 20 Kilo schwer seien. „Das Damoklesschwert eines Ausbruchs der klassischen Schweinepest schwebt über uns“, warnt Dammam-Tamke: „Sollte die Schweinepest in den Veredelungsgebieten Niedersachsens ausbrechen, ist ein volkswirtschaftlicher Schaden in Höhe von drei Milliarden Euro möglich.“ Der Fallenjagd mit Saufängen, wie es sie beispielsweise in Berliner Außenbezirken schon gegeben hat, erteilt Damman-Tamke aus Tierschutzgründen eine klare Absage: „Allein schon die Steigerung der Strecke zeigt, dass die Jäger in unserem Land ihrem Auftrag nachkommen.“

„Das Wildschwein-Monitoring muss kommen“ plädierte Staatssekretär Friedrich-Otto Ripke beim Landesjägertag. Zugleich machte er darauf aufmerksam, dass eine neue Schwarzwild-Bejagungsrichtlinie geplant sei. ku

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