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Jäger warnen vor Schnellschüssen

Landesjägertag Jäger warnen vor Schnellschüssen

Einen fairen Umgang mit Jägern angemahnt und vor populistischen Schnellschüssen gewarnt haben gestern die Redner beim Landesjägertag in Duderstadt. Hintergrund ist die aktuelle Diskussion über eine erneute Verschärfung des Waffenrechts nach dem Amoklauf von Winnenden.

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Ruft zur sicheren Verwahrung von Waffen auf: LJN-Präsident Helmut Damman-Tamke im Duderstädter Rathaus.

Quelle: Blank

Fahnen mit den Stadtfarben und dem Logo der Landesjägerschaft Niedersachsen (LJN) säumten die Marktstraße, am Rathaus hing ein Banner: „Wildland Niedersachsen – artenreich und faszinierend“. Trachtenjonker-Träger beäugten die Tierpräparate des neben der Rathaustreppe positionieren Infomobils der Jägerschaft Duderstadt, und die Jagdhornbläser spielten: Erstmals fand gestern der Landesjägertag in Duderstadt statt.

Ein zentrales Thema war das Waffenrecht. Einen Amoklauf mit einer Waffe aus einem Jägerhaushalt hat es bislang noch nicht gegeben. Anders als die Sportschützen, die unangemeldete Kontrollen akzeptiert haben, pochen die Jäger auf den im Grundgesetz garantierten Schutz der Wohnung. „Legale Waffenbesitzer dürfen nicht unter Generalverdacht gestellt werden“, wehrte sich LJN-Präsident Helmut Damman-Tamke gegen „Auflagen, die nur als Alibi dienen, aber nichts nützen“. Die Jäger-Ausbildung sei ohne Großkaliber undenkbar. 

Offene Türen lief er beim CDU-Bundestagsabgeordneten Hartwig Fischer ein, der in einer Jägerfamilie aufgewachsen ist und mit neun Jahren sein erstes Kaninchen geschossen hat. Fischer warnte vor überhasteten Beschlüssen beim Waffenrecht, während gleichzeitig die akustische Wohnraumüberwachung bei Terroristen kritisiert werde: „Hier wird mit zweierlei Maß gemessen.“ Zwei Drittel der Waffen in Deutschland seien nicht angemeldet, sprach sich Fischer für eine Rückgabe-Amnestie aus. „Jäger werden gebraucht – und Jäger brauchen Waffen“, betonte Friedrich-Otto Ripke, jagender Staatssekretär im Landwirtschaftsministerium: „Wir bewahren unsere Waffen sicher auf und gehen verantwortungsbewusst damit um.“ Er habe nichts gegen angemeldete Kontrollen, sei für ein Verbot von Killerspielen und teile die Meinung, dass jugendliche Sportschützen keine großkalibrigen Waffen bräuchten. Das sei aber nicht mit den Jägern vergleichbar.

Dachverband vertritt 53000 Waidgesellen

Gemessen an der Einwohnerzahl hat Niedersachsen die meisten Jäger: Auf 133 Einwohner kommt ein Jäger – weitaus mehr als in anderen Bundesländern. Die Interessen von rund 53000 niedersächsischen Jägern vertritt Helmut Dammann-Tamke: Der 46-jährige CDU-Landtagsabgeordnete aus dem Landkreis Stade ist seit 2008 Präsident der Landesjägerschaft 

Die LJN, die seit 1979 anerkannter Naturschutzverband ist, ist Dachverband von 67 Jägerschaften. Dazu gehört auch die Jägerschaft Duderstadt, die in diesem Jahr  60-jähriges Bestehen feiert. Ihr Vorsitzender Hans-Georg Kracht hob gestern ihre Bemühungen um Biotop- und Artenschutz sowie die erfolgreichen Jagdhornbläser als Aushängeschild hervor. Die Jägerschaft im waldarmen Eichsfeld verfügt über 22000 Hekar Jagdfläche, 52 Niederwild-Jagdbezirke und hat rund 500 Mitglieder – Tendenz steigend.

Von Kuno Mahnkopf

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