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Jährlich rund 300 Wildunfälle im Untereichsfeld

Polizei setzt auf Prävention Jährlich rund 300 Wildunfälle im Untereichsfeld

Der Herbst hält mit Nebel, Laub und rutschigen Straßen viele zusätzliche Gefahren für Autofahrer bereit. Insbesondere im Eichsfeld kommt noch ein hohes Risiko für Wild-Unfälle hinzu. Guido Schwarze und seine Kollegen vom Polizeikommissariat Duderstadt merken das bei ihrer Polizeiarbeit fast täglich: „Im Eichsfeld sind Wildunfälle ganzjährig an der Tagesordnung“, so Schwarze.

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Wild dicht an der Straße: Rund 300 Wildunfälle ereignen sich Jahr für Jahr im Bereich des Duderstädter Polizeikommissariats.

Quelle: EF

Eichsfeld. Angesichts von rund 300 Fällen pro Jahr setzen Polizei und Jägerschaft deshalb auf Prävention. Denn wer sich der Gefahr wirklich bewusst ist, fährt sicherer.

„Sicherlich kann man nicht alle Unfälle vermeiden“, sagt Schwarze. „Aber es ist ein großer Unterschied, ob sie mit 100 oder 60 Stundenkilometern geschehen.“

Neben einer an die Straßenbeschaffenheit und Sichtweite angepassten Geschwindigkeit sei es ebenfalls zentral, niemals auszuweichen: „Der Schaden eines direkten Zusammenstoßes fällt immer geringer aus als der eines Ausweichmanövers, das unter Umständen im Gegenverkehr oder am nächsten Baum endet“, so Schwarze.

Abblendlicht einschalten und hupen

Bemerkt man Wild frühzeitig auf der Fahrbahn, sollte sofort das Abblendlicht eingeschaltet und gehupt werden, um das Tier zu vertreiben. Auch wenn das gelingt, sei die Gefahr jedoch noch nicht gebannt: Denn ein Tier kommt selten allein. Die Reduzierung der eigenen Geschwindigkeit, die auch auf Warnschildern und Informationsmaterial der Landesverkehrswacht gefordert wird, sei daher das wichtigste Mittel gegen Wildunfälle.

Wenn sich Versicherungen mit dem Thema beschäftigen müssen, war es für den Autofahrer schon zu spät. „Dabei können die Schäden am eigenen Fahrzeug beachtlich sein“, sagt Steffen Rohmeier, Sprecher des Bezirks Göttingen im Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK). Gedeckt seien im Rahmen der Voll- und Teilkaskoversicherungen zwar viele, aber nicht alle Schadensarten.

Im Rahmen der Teilkasko werden beispielsweise nur Fahrzeugschäden ersetzt, die durch einen Zusammenstoß mit Haarwild, definiert nach Bundesjagdgesetz, entstanden sind. Zum Haarwild gehören beispielsweise Wildschwein, Reh, und Hirsch. Unfälle mit Federvieh sind nicht bei allen Versicherungen eingeschlossen.

„Durch die Vielzahl der Teilkasko-Tarife gibt es aber inzwischen auch ‚Teilkasko-light’-Versicherungen, die selbst Schäden durch Haarwild nicht regulieren“, informiert Rohmeier, „und solche, die Kollisionen mit Tieren erst bei Zusatzbeiträgen einschließen.“ Die erheblichen Unterschiede in den Leistungen machen also vor allem eine genaue Kenntnis des eigenen Versicherungsverhältnisses notwendig.

Schreckunfall ist nachzuweisen

Mit all dem ist aber noch nicht geklärt, ob Schäden übernommen werden, die durch Schreckreaktionen entstanden sind, ohne dass das Wild in den Unfall verwickelt wurde. In diesen Situationen können auch in Teilkaskoversicherungen sogenannte „Rettungskosten“ gefordert werden, sofern der Geschädigte mit Zeugen oder Bildmaterial nachweisen kann, dass Wild Ursache des Unfalls war.

Zudem muss die Rettungshandlung objektiv sinnvoll gewesen sein, was bei kleineren Tieren wie Hasen, Mardern oder Füchsen nach der geltenden Rechtsprechung nicht der Fall sei.

Vollkaskoversicherungen tragen auch diese Fälle, allerdings nur unter einer Hochsetzung der zu zahlenden Prämie. Damit es gar nicht erst so weit kommt, hilft aber nur eins: langsam fahren.

von Jonas Rohde

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