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Janik Kunzmann lernt Berufskraftfahrer bei Spedition Sommer

Nach dem Abi in den Truck Janik Kunzmann lernt Berufskraftfahrer bei Spedition Sommer

Der 18-jährige Janik Kunzmann hatte nach seinem Abitur am Eichsfeld Gymnasium einen ungewöhnlichen Berufswunsch. Er hat eine Ausbildung zum Berufskraftfahrer bei der Speditionsfirma Sommer begonnen. „Er ist der erste Azubi, den wir je hatten“, sagt Ausbilder Thorsten Kluß.

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 Christian Huke (links) mit Azubi Janik Kunzmann vor seinem fahrbaren Arbeitsplatz.

Quelle: Schauenberg

Gieboldehausen. Der Beruf des Lkw-Fahrers sei mit Klischees behaftet, meint Kluß, der den ersten Azubi in dem mehr als 90 Jahre bestehenden Fuhrunternehmen betreut.

Früher galt das Image, Kraftfahrer müssten nur fahren - ein letzter Ausweg für Ausbildungsabbrecher. „Aber die Ausbildung ist komplex und anspruchsvoll“, sagt Kluß: Erst muss der Lkw-Führerschein für den Sattelzug und den Hängerzug gemacht werden.

Dann vermittle die Lehre Kenntnisse in den Bereichen Technik, Disposition, Sozialvorschriften, Ladungssicherung, Fahrtsicherheit, Umweltaspekte und vieles mehr. „Der Fahrer trägt eine große Verantwortung für die Ware, den Lkw, die Sicherheit und die termingerechte Lieferung“, sagt Kluß.

Kunzmann kennt das Berufsfeld aus seiner Familie, auch sein Vater und Großvater seien Kraftfahrer. „Ich bin schon als Kind mitgefahren. Mich reizen die Herausforderungen, allein unterwegs zu sein, Probleme selbst lösen zu können und viele Eindrücke zu sammeln“, nennt der Abiturient einige Gründe für seine Berufswahl. Später plant er, in Richtung Verkehrsleiter weiterzukommen. „Dazu muss ich aber selbst erlebt haben, was auf der Straße abgeht“, sagt Kunzmann.

Zuvor hatte er ein Praktikum in der Spedition absolviert. Eine Woche lang sei er quer durch Deutschland mitgefahren, anschließend erhielt er Einblicke in die Disposition mit der Planung von Ladung, Terminen oder Lenkzeiten.

„Es ist heute nicht einfach, junge Leute für diesen Beruf zu begeistern“, sagt Christian Huke,  geschäftsführender Gesellschafter der Firma. Zwar plane man die Touren so, dass alle Fahrer an den Wochenenden zu Hause sein könnten, dennoch seien die Trucker die Woche über eben nicht bei ihren Familien.

Mit höheren Löhnen könnten auch keine Fahrer gelockt werden, da heutige Speditionen billige Konkurrenz aus Osteuropa spürten und enorme Kosten zu decken hätten, wenn sie einen sicheren und zeitgemäßen Fuhrpark unterhielten. „Ich habe trotzdem Spaß daran und könnte mir auch vorstellen, international zu fahren“, hofft Kunzmann auf interessante Touren durch die Welt.

Von Claudia Nachtwey

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