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Jürgen Trittin sieht Trickserei bei Trassenplanung

Kosten zu niedrig angesetzt? Jürgen Trittin sieht Trickserei bei Trassenplanung

„Trickserei“ kritisiert der Grüne Bundestagsabgeordnete Jürgen Trittin im Zusammenhang mit den Kostensteigerungen bei den laufenden Straßenbauprojekten an den Ortsumgehungen an der BUndesstraße 27 und der B 247.

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Jürgen Trittin sieht Trickserei im Zusammenhang mit den Kostensteigerungen bei den laufenden Straßenbauprojekten an den Ortsumgehungen an der BUndesstraße 27 und der B 247.

Quelle: Hinzmann (Archivfoto)

Westerode / Waake. „Nach den eklatanten Fehlschätzungen bei der Ortsumgehung Barbis, die am Ende mehr als 65 Prozent teurer wurde, laufen jetzt auch bei den Ortsumgehungen Waake und Westerode die Kosten davon“, erklärte der Bundestagsabgeordnete am Freitag.

Die Kosten für den Bau der Umgehung Waake fielen demnach 50 Prozent höher aus als ursprünglich geplant. Im Falle der neuen Trasse bei Westerode beliefen sich die Kosten auf 22 Prozent mehr als ursprünglich geplant. „Noch 2010 sagte der Leiter der Straßenbaubehörde, dass es sich in Waake um eine nicht besonders spektakuläre Ortsumgehung handele“, zitierte Trittin einen im Eichsfelder Tageblatt erschienenen Bericht.

„Die Ortsumgehung Waake soll nach dem Entwurf des Bundeshaushalts nunmehr 18,2 Millionen Euro kosten“, erregte er sich. Bei Baubeginn hatte die Straßenbauverwaltung in Goslar die Kosten noch mit 12,2 Millionen Euro beziffert, so Trittin. „Auch die Ortsumgehung Westerode an der Bundesstraße 247 soll statt ursprünglich 11,9 nunmehr mit 14,5 Millionen Euro zu Buche schlagen“, so Trittin.

„Es stellt sich die Frage, warum die Kosten zu niedrig angesetzt wurden und der Nutzen des Projekts durch die rosarote Brille betrachtet wurde.“ Trittin vermutet, Land und Bund würden „frisierte“ Nutzen-Kosten-Verhältnisse gemeldet, um die Projekte der lokalen Abgeordneten Thomas Oppermann (SPD) und damals Hartwig Fischer (CDU) in der Priorität nach vorne zu schieben. Diesen Vorwurf weist Fritz Güntzler (CDU) weit von sich.

„Mit dieser Trickserei muss endlich Schluss sein!"

Der Bundestagsabgeordnete hält die geplanten und im Bau befindlichen Ortsumgehungen im Eichsfeld für wichtig „für Anwohner, Pendler und die Wirtschaft in der Region.“ Vor allem die Ortskerne in Gerblingerode, Mingerode und Obernfeld seien vom Durchgangsverkehr sehr belastet. Er habe sich mehrfach selbst ein Bild von der Situation gemacht und mit Anwohnern gesprochen, die unter dem Lärm sehr zu leiden hätten. Sein Vorgänger Hartwig Fischer und sein Kollege Thomas Oppermann hätten sich vor allem für die Ortsumgehung Waake sehr eingesetzt.

„Kostensteigerungen bei Bauvorhaben der öffentlichen Hand sind immer ärgerlich“, reagiert er auf die Kritik. „Wer aber wie die Grünen aus ideologischen Gründen überall im Land versucht, wichtige Infrastrukturprojekte zu verhindern oder zu verzögern, der darf sich hinterher nicht wundern, wenn Projekte teurer werden, als geplant“, spielt Güntzler den Ball zurück.

Trittin hingegen fordert: „Mit dieser Trickserei muss endlich Schluss sein! Kein Mensch glaubt doch in Anbetracht der drei Vorfälle mehr, dass die geplante Ortsumgehung Duderstadt/Gerblingerode wie zuletzt angegeben 32 Millionen Euro kosten würde“, ist er überzeugt. „Eine ehrliche Rechnung würde zeigen, dass jetzt die Kosten des aufwändigen Projekts eher zwischen 40 und 50 Millionen Euro liegen.“ Er werde darauf achten, „dass der Bund beim neuen Bundesverkehrswegeplan hier genau hinsieht“.

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