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Jugendhilfe verlässt Schlossgelände in Wollershausen

Letzte Gruppen ziehen aus Jugendhilfe verlässt Schlossgelände in Wollershausen

In der Sporthalle am Schloss Wollershausen will der Landkreis Göttingen nicht mehr als 100 Flüchtlinge unterbringen. Mehr Plätze für die Erstaufnahme gebe die Halle nicht her, sagt Landkreissprecher Ulrich Lottmann.

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Das Schloss selbst eignet sich nicht als Flüchtlingsunterkunft.

Quelle: IS

Wollershausen. Mit dem Sozialdienst katholischer Frauen gebe es aber Verhandlungen über die Anmietung weiterer Räume im Wohnheim am Schloss. Dort könnten dauerhaft den Kommunen zugewiesene Flüchtlinge untergebracht werden, bis sie eine eigene Wohnung finden würden. Als Obergrenze bestätigt Lottmann die von Landrat Bernhard Reuter (SPD) genannte Zahl von maximal 250 Flüchtlingen in Wollershausen.

Das 38 000 Quadratmeter große Areal mit barockem Wasserschloss, Schlosspark, 1968 errichtetem und 2002 modernisiertem Wohnheim, Sporthalle und Wirtschaftsgebäude gehört dem Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) mit Sitz in Dortmund. Der hat dort jahrzehntelang eine als Mädchenheim gestartete Jugendhilfeeinrichtung betrieben, die vor neun Jahren ins ehemalige geophysikalische Institut Göttingen umgezogen und in Jugendhilfe Am Rohns umbenannt wurde. Seitdem versucht der SkF den Gebäudekomplex in Wollershausen zu verkaufen – bislang vergeblich.

Auch nach dem Umzug wurden weiterhin Räume in Wollershausen von der Jugendhilfeeinrichtung genutzt. Damit soll im kommenden Jahr Schluss sein. Zurzeit sei noch eine Mutter-Kind-Gruppe im Wohnheim und eine stationäre Familienbetreuung im Wirtschaftsgebäude untergebracht, sagt Einrichtungsleiterin Regine Schünemann. Nach dem Jahreswechsel würden beide Gruppen ausziehen.

Das Gelände biete sich für die Unterbringung von Flüchtlingen an, nur das Schloss selbst sei nicht geeignet, sagt Lottmann. Als Option erwäge der Kreis auch, den Gebäudekomplex zu kaufen. Mit der Gemeinde Wollershausen und der Samtgemeinde Gieboldehausen müsste dann ein Nutzungskonzept entwickelt werden. Das sei bislang aber nur ein Gedankenspiel, die dynamische Entwicklung der Flüchtlingszahlen erschwere die Entscheidungprozesse.

Der Landkreis Göttingen sondiert derzeit kreisweit rund 40 leerstehende Objekte auf ihre Eignung als Flüchtlingsunterkunft. Dazu gehöre auch das Bettenhaus des Rhumehotels in Rhumspringe, bestätigt Lottmann. Das weitere Vorgehen sei noch völlig offen, das Rhumehotel mit Blick auf die Gesamtsituation im Kreis und die Belastung der Samtgemeinde Gieboldehausen durch die Unterkunft in Wollershausen als Option fraglich. „Zurzeit ist das kein Thema für uns“, sagt auch Rhumehotel-Betreiberin Milka Asta.

Flüchtlinge ziehen weiter

Von den rund 100 Flüchtlingen, die am Donnerstag in der Sporthalle am Wollershäuser Schloss einquartiert wurden, sind bereits mehr als zwei Drittel weitergezogen. „Zurzeit halten sich dort nur noch 25 bis 30 Flüchtlinge auf“, teilte Landkreis-Sprecher Ulrich Lottmann am Montag mit: „Das ist aber nur eine Momentaufnahme, die Lage ändert sich täglich.“

Einige der Flüchtlinge, die Wollershausen wieder verlassen haben, hätten Schweden als Ziel angegeben, andere wollten zu Familienangehörigen in anderen Regionen. Die Sporthalle hat der Landkreis im Zuge der Amtshilfe für das Land Niedersachsen und einer Vereinbarung mit der Stadt Göttingen als Erstaufnahmeeinrichtung angemietet.

Seit Montag werden die Flüchtlinge von der kreiseigenen Gesellschaft für Arbeit- und Berufsförderung (GAB) betreut. Wer ehrenamtlich Hilfe anbieten möchte, könne sich auch im Bürgerbüro der Samtgemeinde Gieboldehausen melden, sagt Samtgemeinde-Bürgermeisterin Marlies Dornieden (CDU).

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