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Jugendliche gegen Rechts

Duderstädter stark vertreten in der ersten Jugenddemokratiekonferenz Jugendliche gegen Rechts

Zu einer Jugenddemokratiekonferenz haben sich junge Duderstädter und Jugendliche aus weiteren Orten des Landkreises in der Göttinger Musa getroffen. Schwerpunkte der Konferenz waren Prävention gegen rechte Gewalt und Gründung eines Jugendforums. Weitere Initiativen sollen folgen.

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Für ein friedliches Miteinander und gegen rechtes Gedankengut setzen sich die Jugendlichen aus dem Duderstädter Jufi ein.

Quelle: Niklas Richter

Duderstadt. Ein Hakenkreuz identifiziert wohl jeder als rechtes Symbol. Aber in Zahlencodes wie beispielsweise der 88 eine nationalsozialistische Bedeutung zu erkennen, erfordert schon etwas Hintergrundwissen. Dass die 88 in rechten Gruppierungen für zweimal den achten Buchstaben im Alphabet, und somit für „Heil Hitler“ stehe, erfuhren die Jugendlichen in der ersten Jugenddemokratiekonferenz der Initiative „Partnerschaft für Demokratie“ des Landkreises Göttingen. Dabei waren die jungen Duderstädter mit neun Teilnehmern von insgesamt 20 Jugendlichen aus dem Landkreis am stärksten vertreten.

„In Duderstadt hatten wir ja schon Erfahrungen mit dem Freundeskreis, aus den Medien kennen wir Bewegungen wie Pegida. Dagegen wollen wir etwas tun“, erklärte Emelie bei einer Nachbesprechung im Duderstädter Jufi. Auf der Konferenz ging es um Themen wie menschenverachtende Einstellungen zum Beispiel in der Schule oder bei öffentlichen Aktionen. „Dass wir in Duderstadt diese ganzen Freundeskreis-Treffen hatten, machte bei den Jugendlichen aus anderen Orten den Eindruck, bei uns würden besonders viele Nazis herumlaufen“, sprach Sophie auch die Image-Frage einer Stadt an.

Kritisch betrachtet wurden Äußerungen im Alltagsumfeld der Jugendlichen. Die Konferenzteilnehmer bestätigten, schon Aussagen gehört zu haben wie „Flüchtlinge kriegen alles in den A... gesteckt“ oder „Ich bin ja kein Nazi, aber...“. Zudem seien in Schulmöbel eingeritzte Nazisymbole oder Nazi-Sticker auf Laternen aufgefallen - alles Zeichen dafür, dass sich rechtes Gedankengut vielerorts in den Alltag schleiche.

Auch Handlungsansätze wurden auf der Konferenz besprochen. „Aufklärung ist besonders wichtig, nicht nur über die historischen Grundlagen, sondern auch über Symbolik und das Erkennen heutiger rechter Gruppierungen. Wir müssen reflektieren, um uns zu distanzieren“, erklärte Jan.

Die Jugendlichen wünschten sich mehr Aufklärung in Schulen, Verbote von Feiern wie dem Hitlergeburtstag, neutrale Polizeibeamte, die auch bei Demonstrationen von Rechten genauer hinsehen. Vorgeschlagen wurde von Konferenzteilnehmern zudem, gezielt auf positive Beispiele zu setzen, um Zeichen gegen Rechts zu setzen. Die gesammelten Ergebnisse sollen als Ansatz für weitere Projekte und als Grundlage für die nächste Konferenz dienen. ny

Jugendliche für Demokratie

Netzwerk „Partnerschaft für Demokratie“:  Gruppen, Initiativen und Bürger aus den Bereichen Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft aus dem Landkreis Göttingen sind beteiligt. Die „Partnerschaft für Demokratie“ wird seit 2015 im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ durch das Bundesfamilienministerium gefördert. Sie setzt sich für Vielfalt, Toleranz und gegen rechte Gewalt im Landkreis Göttingen ein und ist Initiator der Jugenddemokratiekonferenz.

Nachdem die erste Konferenz mit 20 Jugendlichen aus dem Landkreis in Göttingen stattgefunden hatte, folgt eine weitere noch vor den Sommerferien (Termin wird noch bekanntgegeben). Wer mitmachen möchte, bekommt Infos beim Duderstädter Kinder- und Jugendbüro, das auch die gemeinsame Fahrt zur Konferenz organisiert, Telefon 0 55 27/ 97 96 81. Infos gibt es zudem bei Mikis Rieb vom Landkreis Göttingen unter Telefon 05 51 / 5 25 91 64.

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©Richter