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Jugendliche treten gegen Rassismus ein

Vorkommnisse in der Silvesternacht Jugendliche treten gegen Rassismus ein

Mnele Haack, Sevda Boran und Ronja Bleckert haben am Sonntag am Duderstädter Rathaus von ihren positiven Erfahrungen in der Flüchtlingsarbeit berichtet und damit zu mehr Toleranz aufgerufen.

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„Diese Dinge geschehen nicht in unserem Namen“: Gymnasiastinnen protestieren gegen den „Freundeskreis“.

Quelle: Richter

Duderstadt. Auch nach den Vorkommnissen in der Silvesternacht unter anderem in Köln habe sich daran nichts geändert, sagen die jungen Frauen.

Als die ersten Flüchtlinge in den Rosenthaler Hof eingezogen seien, habe sie sich zunächst auch unsicher gefühlt, wenn sie mit dem Fahrrad an dem Hotel vorbeigefahren sei, berichtet Bleckert. Die 16-Jährige und ihre Freundinnen führten das mulmige Gefühl darauf zurück, dass sie schlicht nicht wussten, um wen es sich bei den Neuankömmlingen gehandelt habe. „Mit Rassismus hat das nichts zu tun“, sagt Bleckert.

Statt sich auf Vorurteile einzulassen, seien sie einfach zum Rosenthaler Hof gefahren, um sich eine eigene Meinung zu bilden, berichtet Boran, die ebenfalls 16 Jahre alt ist. „Dort haben wir mit den Kindern gebastelt, mit den Jugendlichen Ball gespielt, uns mit den Eltern unterhalten, neue Menschen kennengelernt und neue Freundschaften geschlossen“, fügt die 19-Jährige Haack hinzu.

„Wir wurden dort mit so einer großen Freude und Herzlichkeit empfangen, dass wir uns immer mehr Zeit für unsere neuen Bekannten und neuen Freunde genommen haben und den meisten Vorurteilen keinen Glauben mehr schenken können“, sagt Bleckert.

Schließlich hätten sie beschlossen, dass der Schutz der deutschen Kinder und Jugendlichen, den die Sympathisanten des „Freundeskreises Thüringen / Niedersachsen“ in ihren sonntäglichen „Bürgertreffs“ forderten, schlicht nicht nötig sei. „Wenn uns die Angst vor dem Unbekannten dazu bringt, Menschen zu hassen, die wir nicht einmal kennen, sollten wir vielleicht an unseren eigenen Werten zweifeln und nicht an denen der anderen“, sagt Bleckert. Die Ansichten des „Freundeskreises“ könnten sie daher keineswegs unterstützen: „Diese Dinge geschehen nicht in unserem Namen“, machten die Drei am Sonntag unisono deutlich.

Während ihres Beitrags am Sonntag formulierten die jungen Frauen zudem in kurzer Form, was sie aus ihrer Erfahrung heraus gelernt hätten: „Man kann gegen Krieg sein. Man kann gegen Gewalt sein. Man kann gegen Terror sein. Aber man kann nicht gegen die sein, die davor fliehen“, sagten sie während der Demonstration.

Auch die Vorkommnisse in der Silvesternacht am Kölner Hauptbahnhof und in anderen Orten hätten daran nichts geändert, sagt Bleckert. „Klar, ich finde es schrecklich, was dort passiert ist“, sagt sie. Es gebe  immer Menschen, die sich falsch verhielten. „Das hat in meinen Augen nichts mit der Nationalität zu tun.“ Sie halte es für falsch, die eigene Meinung von einem einzelnen Ereignis abhängig zu machen – auch wenn es sich dabei um „grausame Taten“ gehandelt habe.

Das neu gegründete „Bündnis gegen Rechts“ demonstriert am Sonntag, 10. Januar, wieder gegen die Aktivitäten des „Freundeskreises“ in Duderstadt. Beginn ist um 16.30 Uhr am Rathaus.

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