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Jugendlicher aus Duderstadt für nächtliche Verfolgungsjagd belangt

Arrest für gefährliche Spritztour Jugendlicher aus Duderstadt für nächtliche Verfolgungsjagd belangt

Wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und Fahrens ohne Führerschein ist ein Jugendlicher vom Jugendschöffengericht des Amtsgerichts Duderstadt zu vier Wochen Dauerarrest und 150 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt worden. Zudem muss der Jugendliche, der zum Tatzeitpunkt 15 Jahre alt war, länger auf seinen Führerschein warten: Richter Michael Pietzek verhängte am Donnerstag eine Führerscheinsperre von zwei Jahren.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Duderstadt. Dem Jugendlichen wurde zugute gehalten, dass er in allen Punkten geständig war und zudem bis zu diesem Zeitpunkt ein unbeschriebenes Blatt.

Der Angeklagte hatte im Oktober vergangenen Jahres unerlaubt Geld vom Konto des Vaters abgehoben und sich davon ein gebrauchtes Auto für 250 Euro gekauft. Der Autoverkäufer sagte vor Gericht aus, er habe nicht gewusst, dass der Käufer noch so jung sei. Pietzek wies ihn darauf hin, dass – wäre es zum Schlimmsten gekommen – auch er zur Rechenschaft gezogen worden wäre: „Dann wären Sie möglicherweise wegen fahrlässiger Tötung dran gewesen.“

Plaketten an alte Kennzeichen geklebt
Von anderen Autos hatte sich der Jugendliche Plaketten besorgt, die er an alten Kennzeichen befestigte. Diese wiederum montierte er an seine Neuanschaffung und unternahm am Abend eine gewagte Spritztour mit Freunden. Auf der Hinfahrt nach Göttingen lief noch alles gut für den Angeklagten. Auf der Rückfahrt fielen die Jugendlichen Beamten der Polizei ins Auge, da die Kennzeichen offensichtlich manipuliert waren.

40 Minuten filmreife Verfolgungsjagd
Dann begann eine filmreife Verfolgungsjagd über rund 40 Minuten. Von der Hannoverschen Straße aus flohen die Jugendlichen vor der Polizei, erst „quer durch die Stadt“, wie Pietzek sagte, dann auf die Landesstraße 569. „Die Insassen des Wagens setzten sich ihre Kapuzen auf, und der Fahrer hinderte die Polizei am Überholen“, beschrieb Pietzek das Szenario. Die Beamten hätten wiederum den Fuß vom Gas genommen, um die Jugendlichen nicht in Bedrängnis zu bringen und damit womöglich einen Unfall zu provozieren. In der Feldmark bei Nesselröden konnten sie den Wagen schließlich stoppen.

Der jugendliche Fahrer legte vor Gericht ein Geständnis ab. Er werde voraussichtlich nicht der einzige sein, der sich rechtfertigen müsse, erklärte Pietzek. „Es gab einen zweiten Wagen, der ebenfalls von einem Jugendlichen gesteuert wurde“, so Pietzek. Ein Zeuge habe versucht, Druck auszuüben, um dies geheim zu halten. Außerdem hätten die Mitfahrer des am Donnerstag verurteilten Fahrers ihn animiert, weiter vor der Polizei zu fliehen, obwohl dieser schon bereit gewesen sei, sich der Polizei zu stellen. „Wir werden es mit einigen Folgeverfahren zu tun haben“, kündigte Pietzek an.

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©Richter