Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Jugendzukunftskonferenz in Duderstadt gibt Jugendlichen neue Chancen

„Jetzt sind wir dran“ Jugendzukunftskonferenz in Duderstadt gibt Jugendlichen neue Chancen

„Heute ist eure Glücksformel für das Eichsfeld gefordert“, machte Projektmanagerin Susanne Möhl am Donnerstag den Teilnehmern der dritten Jugendzukunftskonferenz deutlich, wie wichtig deren Part in der Zukunftsgestaltung der Stadt Duderstadt ist. Die rund 100 Teilnehmer – doppelt so viele wie im vergangenen Jahr – zeigten Mut, indem sie sich für die Belange aller Jugendlichen im Eichsfeld einsetzten. „Gestaltet Euren Tag, gestaltet Euer Eichsfeld!“

Voriger Artikel
Duderstädter Grüne fordern Konzept zur Integration
Nächster Artikel
Holzerode ändert Bebauungsplan zugunsten von Wohnbebauung

Nach einem kreativen Vormittag präsentieren die Teilnehmer der Jugendzukunftskonferenz ihre Ergebnisse zur Stadtentwicklung.

Quelle: Thiele

Duderstadt. Nicht nur während der Workshops an diesem Tag sollten die Jugendlichen verdeutlichen, was ihnen gefällt und was nicht. Dazu rief Ottobock-Chef Hans Georg Näder auf. Er begrüßte die Schüler im Alter zwischen 14 und 16 Jahren in den Räumen seines Unternehmens. „Ihr seid die Hauptdarsteller in Eurem Movie“, erklärte er ihnen. Was sie aus ihrem Leben machten, ob Hollywoodstreifen oder Telenovela, liege allein in ihren Händen. Das sei zu seiner Zeit, als es noch Telefone mit Wählscheibe gegeben habe, ebenso gewesen wie heute in Zeiten von sozialen Netzwerken. Er sei einer von ihnen, sagte Näder, fühle sich jung, obwohl die Hülle langsam welke. Auch Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) sei einer der Junggebliebenen wie er. Er schlug vor, im kommenden Jahr eine Diskussionsrunde mit den Jugendlichen zu organisieren.

Gemeinsam mit Vertretern der Aufsuchenden Jugendarbeit  des Landkreises, der Polizei Duderstadt, dem Emmaus Jugendzentrum, dem Kinder- und Jugendbüro, den Schulen und öffentlichen Einrichtungen hat die Stadtentwickungsinitiative Duderstadt 2020 die dritte Konferenz organisiert. Acht Workshops mit unterschiedlichen Schwerpunkten sind bei diesem Projekt entstanden: Duderstadt wird bunt, Talwiese als Sportplatz, Freies WLAN, Jugendcafé & Lounge, Skate Park, Aktionstage & Mottopartys und Einfach mal weg wurden die Arbeitstitel der Gruppen genannt. Nach einem Vormittag voller Diskussionen, Kritik und Kreativität haben Vertreter der einzelnen Teams ihre Ergebnisse vorgestellt. Übereinstimmend war die jeweilige Abwägung von Schwierigkeiten und Chancen der Projekte. Alle Schüler haben Aspekte wie Werbung, Sponsoren,  Kosten, Genehmigungen und Sicherheit bei ihren Vorschlägen mit einbezogen. Die Präsentationen wurden durch Plakate ergänzt, wo Pro, Kontra und Umsetzungsmöglichkeiten dargestellt wurden.

„Den Jugendlichen in der Region geht es aber vor allem um Mobilität, Einkaufsmöglichkeiten und Internet“, fasste Philipp Rösener von der Aufsuchenden Jugendarbeit die Gespräche in der „Kritikphase“ zu Beginn der Konferenz zusammen. Bei den Verbesserungsvorschlägen der Schüler wurde zudem klar: Die Angebote der bereits vorhandenen Institutionen scheinen zwar weitgehend den Wünschen der jungen Generation zu entsprechen: Duderstadt hat mit den Jugendzentren Jufi und Emmaus quasi schon Cafés mit Eigeninitiative der Jugendlichen, es gibt Sportplätze, Motto-Partys in der Jugenddisco, preisgünstige Jugendfahrten mit dem Jufi oder über die Duderstädter Kunstvereine Möglichkeiten, künstlerisch aktiv zu werden. Dennoch fühlen sich viele Jugendliche nicht angesprochen. Das hat auch Günter Lutterberg vom Kinder- und Jugendbüro Duderstadt erkannt: „Wenn bei unseren Angeboten eher jüngere Jugendliche teilnehmen, ist das für die älteren nicht mehr verlockend. Wir sollten versuchen, mehr auf die verschiedenen Altersgruppen einzugehen.“

Auch Sabrina Richard von der Aufsuchenden Jugendarbeit bestätigte, dass die Konferenz nicht nur eine Chance für Jugendliche sei, ihre Ideen und ihre Kritik zu formulieren, sondern ebenso für die Institutionen, ein Feedback für ihre Arbeit zu erhalten. „Jetzt sind wir dran, unsere Hausaufgaben zu machen“, sagte Möhl. Für die Gruppen sollen nun weitere Termine vereinbart werden, um an der möglichen Umsetzung der Ergebnisse zu arbeiten. Und wie schätzten die Jugendlichen die Konferenz ein? „Ich fand die Aspekte in den Workshops sehr interessant. Es macht Mut, sich gemeinsam für verschiedene Ziele einzusetzen“, beurteilte Teilnehmerin Patricia die Ergebnisse. Einige der  umstehenden Jugendlichen bestätigten ebenfalls ihre Bereitschaft für ehrenamtlichen Einsatz, wenn es Hoffnung auf Erfolg gäbe.

Es begann mit einem Masterplan

Im Juni 2010 fand auf Initiative von Ottobock-Chef Hans Georg Näder der Duderstädter Zukunftstag als ein Baustein des Masterplans Duderstadt 2020 statt. In Kooperation mit der Göttinger Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) wurde in diesem Rahmen eine Jugendzukunftswerkstatt in den Räumen der Firma Ottobock veranstaltet. Hier sollten Jugendliche die Gelegenheit haben, ihre Kritik und Wünsche in Bezug auf ihre Heimatstadt zu formulieren und eigene Ideen zu entwickeln, um das Leben in Duderstadt für ihre Altersgruppe attraktiver zu gestalten. Aus diesem Projekt ist im Jahr 2013 die Jugendzukunftskonferenz entstanden, initiiert von der Gesellschaft Duderstadt 2020. Inzwischen sind aus diesen Initiativen auch dauerhafte Projekte hervorgegangen wie die Duderstädter Jugenddisco oder die Wim!Bar.

Von Claudia Nachtwey und Nadine Eckermann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Herbstfest in Rhumspringe

©Richter