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Karneval: Zweite Messe in St. Cyriakus Duderstadt

Eseleien und ernste Worte Karneval: Zweite Messe in St. Cyriakus Duderstadt

Grüß Gott, Helau und Alaaf! Am Sonnabend hätte in Duderstadts Kirche St. Cyriakus jede dieser Begrüßungen gepasst. Dort ist zum zweiten Mal nach der Premiere im vergangenen Jahr eine Karnevalsmesse gefeiert worden.

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Ochs und Esel im Zwiegespräch: Propst Bernd Galluschke und Gemeindereferentin Verena Nöhren.

Quelle: Schneemann

Duderstadt. Karnevalisten aus acht Vereinen, aus Bilshausen, Hilkerode, Mingerode, Krebeck, Desingerode, Rollshausen, Westerode und Wollbrandshausen, waren gekommen, um einen unterhaltsamen wie auch an einigen Stellen nachdenklichen Gottesdienst miteinander zu verbringen.

Christian Knöchelmann, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Eichsfelder Carneval-Vereine bereitete die Gläubigen vor auf das, was sie in der nächsten Stunde erlebten, als er zu Beginn der Messe in Büttenredenmanier einleitende Worte reimte: „Es ist so weit, Ihr seid gewarnt, es ist die fünfte Jahreszeit“, eröffnete er die Messe.

Die Warnung wäre eigentlich nicht notwendig gewesen, denn ein Blick durch die Kirchenbänke ließ unmissverständlich erkennen: Hier beteten echte Frohnaturen – und einige von ihnen sollten später gar tanzen. Da tummelten sich Prinzen in vollem Ornat und Gardemädchen in Bühnenmontur neben Fastnachtsfreunden in Frack und Zylinder  – und zwischendrin: Gläubige, die einfach Spaß haben an Kirche.

Schweigeminute für die Opfer des Terrors in Frankreich

Und auch Propst Bernd Galluschke nahm das Motto Karneval auf – und predigte in Verkleidung. Zwar nicht, wie es Amtskollegen in anderen Gegenden Deutschlands tun, in Reimform und mit aufgesetzter Pappnase, dafür aber in Verkleidung. Gemeinsam mit Gemeindereferentin Verena Nöhren stellte er am letzten Tag der Weihnachtszeit eine Szene dar, wie sie im Stall von Bethlehem hätte stattfinden können – wären Ochs und Esel des Sprechens mächtig.

Beide nämlich führten ein Zwiegespräch darüber, dass nun in der Krippe dieses Kind liege. Futter fassen? Keine Chance. Aber die Engel hätten doch verkündet, es handele sich um den Heiland. Wer? Die Enkel? Die Egel? Die Bengel? „Die Engel“, klärte der Ochs den Esel auf. Sie hätten gesagt: „Fürchtet Euch nicht, denn Euch ist heute der Heiland geboren.“

So ganz zufrieden geben wollte sich der Esel mit der Antwort nicht und warf ein, dies gelte nur für die Menschen. „Wenn die Menschen sich von Herzen freuen, werden sie auch gut zu den Tieren sein“, klärte der Ochse den ungläubigen Esel auf, mit dem Galluschke an die mittelalterliche Tradition des Eselstages anknüpfte. Er rief dazu auf, die Heilige Nacht auch in den Alltag einzubinden und eine Fast-Heilige-Nacht zu feiern, eine Fast-Nacht.

Dass allerdings das Leben nicht allein aus Spaß besteht, auch darauf verwies Galluschke. Er rief zu einer Schweigeminute für die Opfer des Terrors in Frankreich auf. Die Karnevalisten thematisierten zudem in ihren Fürbitten die Gefahren durch Intoleranz.

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©Richter