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Karnevalisten in Wollbrandshausen bringen Festzelt zum Beben

„Klömpe, Klömpe, Klömpe“ Karnevalisten in Wollbrandshausen bringen Festzelt zum Beben

„Wollbrandshäuser, wo seid ihr?“, wollte Heiko Schwedhelm wissen. Ein donnerndes „Hier“ bekam der Moderator zur Antwort, und tatsächlich: mehr als das halbe Dorf war zum 125-jährigen Jubiläum des Fastnachtvereins gekommen. Plus ganz viele Gäste, vor allem Mitglieder der Interessengemeinschaft Eichsfelder Karnevalsvereine.

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Stimmung wie im Rheinland: begeisterte Gäste im Festzelt.

Quelle: Richter

Wollbrandshausen. Gemeinsam erlebten die 670 Besucher im bis auf den letzten Platz gefüllten Zelt einen sensationellen Abend, der am Sonnabend schon früh um 19 Uhr begann und am Sonntag erst in den Morgenstunden zu Ende war.

Was hat Heike Bodmann, was Angelika Merkel nicht hat? Zum einen ein SPD-Parteibuch, zum anderen ein Waldfeenkleid. Das trug die Bürgermeisterin, und zwar mit Würde, als sie Schwedhelm einen prall gefüllten Geldsack überreichte: „Für den Verein, von der Gemeinde.“ Der Moderator freute sich, nicht jedoch sein Kollege Lars Gleitze. Der prüfte das Geschenk, gab es dann zurück: „ist ja nur Kupfergeld drin.“  

Vielen gilt das Eichsfeld ja als konservativ und rückwärts gewandt. Dass das ein Vorurteil ist, bewiesen die Mitglieder des Männergesangvereins. Im Kittel, mit Kopftuch, den Schrupper in der Hand, stürmten sie die Bühne, machten erst mal ordentlich sauber – ein Freudentag für jede Feministin.  

Ein Hamburger-Schnellrestaurant gibt es Wollbrandshaussen – noch – nicht. Aber vielleicht kommt bald eins. Katrin Kopp, Heike Wollborn und Christian Lurel stellten in ihrer Aufführung „McChurch“ eins vor, und die Zuschauer waren begeistert. Ob das eine Trendwende einleitet? Burger statt Mettwurst – wer weiß?

Vier Salutschüsse gaben am Sonntag das Signal für den Jubläumsfastnachtszug, um sich in Bewegung zu setzen. Angeführt vom Gerichtshof und der Ärztekommission folgten Gruppen und Motivwagen aus dem gesamten Landkreis in einem schier endlosen Zug. © Schneemann

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Wollbrandshäuser, wo seid ihr?“, wollte Heiko Schwedhelm wissen. Ein donnerndes „Hier“ bekam der Moderator zur Antwort, und tatsächlich: mehr als das halbe Dorf war zum 125-jährigen Jubiläum des Fastnachtvereins gekommen. © Richter

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Der größte Karneval wird ja bekanntlich in Rio gefeiert, und deshalb brachten die „Damen ohne Namen“ – unter denen sich auch ein paar Herren im quietschgelben Bananen-Outfit befanden – mit ihrer Aufführung brasilianisches Flair ins Festzelt.

Wobei nach dieser Feier eines feststeht: die Wollbrandshäuser Karnevalisten haben es nicht nötig, sich mit irgendjemandem zu vergleichen. Sie sind nicht nur witzig, ihr Witz hat auch Humor. Kölle mag bekannter sein – aber besser? Was das 615-Seelendorf am Wochenende auf die Beine stellte, war sensationell – darauf ein dreifaches „Klömpe, Klömpe, Klömpe“.

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©Richter